Wärmeverteilungsnetze
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Wärmeverteilungsnetze
Wärmeverteilnetze sind zentrale Bestandteile der gebäudetechnischen Infrastruktur und haben unmittelbaren Einfluss auf Versorgungssicherheit, Energieeffizienz, Betriebskosten und Betreiberverantwortung. Im Facility Management ist eine vollständige, HOAI-, VOB-, DIN-, VDI- und GEG-konforme Dokumentation erforderlich, um Planung, Vergabe, Ausführung, Abnahme, Betrieb, Optimierung und Gewährleistungsmanagement rechtssicher und revisionsfähig abzubilden. Die folgende Gliederung beschreibt sämtliche erforderlichen Dokumente entlang des Lebenszyklus von Wärmeverteilnetzen und ordnet sie eindeutig den verantwortlichen Rollen zu.
Systematische Wärmeverteilung und Netzlogik
- Wärmeverteilung und Netzlogik
- Anlagenbeschreibung – Technische Ausrüstung
- Antrag auf behördliche Genehmigung – Technische Ausrüstung
- Abnahme- und Prüfprotokoll – Heizungsanlagen
- Mess- und Prüfnachweise – Technische Ausrüstung
- Elektrischer Anschlussplan nach DIN EN 61082-1 – Heizungsanlagen
- Anlagen-/Assetbuch – Wärmeverteilnetze
- Anlagenbuch – Warmwasser-Heizungsanlagen
- Übersicht der Verjährungsfristen für Mängelansprüche
- Dokumentation der durchgeführten Optimierungsmaßnahmen
- Prüfprotokolle aus Heizungsprüfung und Optimierungsbedarf (GEG)
- Prüfprotokolle elektrischer Betriebsmittel – Wärmeverteilnetze
- Ausführungspläne – Heizungsanlagen
- Ausschreibungspläne – Technische Ausrüstung
- Werk- und Bestandspläne – Technische Ausrüstung
- Betriebs- und Benutzerhandbuch – Heizungsanlagen
- Berechnung und Auslegung – Entwurfsplanung (LPH 3)
- Berechnung und Auslegung – Ausführungsplanung (LPH 5)
- Berechnung und Auslegung – Ausschreibungsergebnis (LPH 7)
- Lebenszyklusbasierte Kostenbewertung
- Bestandsaufnahme, grafische Darstellung und Neuberechnung – Technische Ausrüstung
- Bestandspläne – Heizungsanlage
- Hersteller-Betriebsanleitungen und Sicherheitshinweise – Elektrische Betriebsmittel
- Gewerkeübergreifende Betriebsanleitung – Technische Ausrüstung
- Betriebsanleitung – Heizungsanlagen
- Betriebliches Anlagenjournal
- Betriebskostenberechnung – Technische Ausrüstung
- Brandschutz-/Brandfall-Steuermatrix
- Lösungsdarstellungen – Ausführungsplanung (LPH 5)
- Lösungsbeschreibung – Ausschreibungsergebnis (LPH 7)
- Vergabedokumentation – Bauleistungen / Technische Ausrüstung
- Eignungsnachweise der Bieter – Bauleistungen
- Mengenermittlung – Technische Ausrüstung
- Bautagebuch – Technische Ausrüstung
- Fundamentplan – Heizungsanlagen
- Fachunternehmererklärung – Heizungs- und Wärmeverteilanlagen
- Dokumentation des hydraulischen Abgleichs
- Datenerhebung, Analyse und Optimierungsberichte
- Wartungs- und Instandhaltungsunterlagen
- Betriebs- und Nutzerhandbuch – Heizungsanlagen
- Dokumentation von Dämm- und Brandschutzarbeiten TGA
- Funktionsdiagramm (Prinzipschaltbild) – Technische Ausrüstung (LPH 2)
- Funktions- und Strangschema – Entwurfsplanung (LPH 3)
- Funktions- und Strangschema – Ausführungsplanung (LPH 5)
- Funktions- und Strangschema – Ausschreibungsergebnis (LPH 7)
- Funktions- und Strangschema – Ausführungsstand (LPH 8)
- Gebrauchsanweisungen – Produkte
- Gewerke- / Schnittstellenmatrix
- Instandhaltungsplan technischer Anlagen
- Wartungsplan / Wartungskalender
- Wartungs- und Instandhaltungsberichte
- Inventarliste technischer Anlagen
- Aufgabenklärung – Ergebnisse
- Kostenschätzung – Ergebnisse
- Kostenberechnung – Ergebnisse
- Kostenfeststellung – Ergebnisse
- Montage- und Verlegepläne
- Anschluss- und Schnittstellenpläne
- Bauphysik- und Statiknachweise (Dämm- und Brandschutzarbeiten)
- Leistungs- und Funktionsprüfungen
- Objektbegehungs- und Bestandsprotokoll
- Planungskonzept – Technische Ausrüstung
- Preisliste – Technische Ausrüstung
- Produktkennzeichnung – Pumpen
- Abgasmessbericht – Heizungsanlagen
- Protokoll zur Mängelbeseitigung aus der Abnahme
- Druckprüfbericht – Heizungsanlagen
- Einweisungsprotokoll – Wartungs- und Betriebspersonal
- Prüfbuch – Elektrische Anlagen und Betriebsmittel
- Raumbuch – Gesamt
- Raumbuch – Technischer Teil (LPH 2 Vorplanung)
- Raumbuch – Technischer Teil (LPH 3 Entwurfsplanung)
- Auditdokumente – Wärmeverteilnetze
- Emissions- und Schadstoffberechnungen
- Schlitz- und Durchbruchpläne – Ausführungsplanung (LPH 5)
- Schlitz- und Durchbruchpläne – Ausschreibungsergebnis (LPH 7)
- Schnittstellenübersicht der Systeme
- Spülprotokoll – Heizungsanlagen
- Stromlauf- und Schaltpläne – Ausführungsplanung (LPH 5)
- Stromlauf- und Schaltpläne – Montageplanung (LPH 7+)
- Übersichts-Stromlaufplan – Revisionsstand (LPH 8)
- Unternehmererklärung gemäß GEG – Wärmeverteilnetze
- Ausschreibungsunterlagen mit Leistungsbeschreibungen – Technische Ausrüstung
- Vergabevorschlag – Technische Ausrüstung
- Wartungsanweisungen – Heizungsanlagen
- Instandhaltungsdokumentation nach VDMA 24186
- Instandhaltungsplanung und -organisation – Technische Ausrüstung
- Wasseranalysen und Prüfberichte – Heizungsanlagen
- Werkstatt- und Montagezeichnungen – Heizungsanlagen
- Wirtschaftlichkeitsnachweis – Technische Ausrüstung (Wärmeverteilnetz)
- Grafische Darstellung – Entwurfsplanung (LPH 3)
- Grafische Darstellung – Ausführungsplanung (LPH 5)
- Grafische Darstellung – Ausschreibungsergebnis (LPH 7)
- Zusammenstellung der wichtigsten technischen Daten – Heizungsanlagen
Angebot – Bauleistungen (Wärmeverteilnetze)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Angebot |
| Zweck & Scope | Wirtschaftliche und technische Angebotsabgabe zur Errichtung des Wärmeverteilnetzes |
| Relevante Regelwerke | VgV; VOB/A 2019 |
| Kernelemente | • Leistungsumfang und Preise |
| Verantwortlich | Bieter / Auftragnehmer |
| Praktische Nutzung | Grundlage für Angebotswertung, Vergabe und Vertragsabschluss |
Erläuterung:
Das Angebot bildet die vertragliche Grundlage für die Ausführung des Wärmeverteilnetzes. Es wird im Rahmen des Vergabeverfahrens (bei öffentlichen Auftraggebern gemäß VgV und VOB/A) erstellt und nach Zuschlagserteilung zum rechtsverbindlichen Bestandteil des Bauvertrags. Darin sind der Leistungsumfang, alle technischen Spezifikationen, Preise und Ausführungsfristen eindeutig festgelegt. Aus Sicht des Facility Managements ist das Angebot maßgeblich, um eine klare Abgrenzung der vereinbarten Leistungen gegenüber späteren Änderungen oder Nachforderungen zu ermöglichen. Bei etwaigen Nachtragsansprüchen kann anhand des Angebots nachvollzogen werden, ob die geforderte Leistung bereits vertragsgemäß geschuldet war. Ebenso bildet das Angebot die Grundlage für das Gewährleistungsmanagement, da Mängelansprüche nur für die im Vertrag enthaltenen Leistungen geltend gemacht werden können.
Anlagenbeschreibung
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Anlagenbeschreibung |
| Zweck & Scope | Fachliche Beschreibung von Aufbau, Funktion und Betriebsweise des Wärmeverteilnetzes |
| Relevante Regelwerke | HOAI |
| Kernelemente | • Systemkonzept und Medienführung |
| Verantwortlich | Technischer Planer TGA |
| Praktische Nutzung | Referenzdokument für Betrieb, Einweisung und Prüfungen |
Erläuterung:
Die Anlagenbeschreibung dient dem Facility Management als zentrale Systemübersicht und unterstützt einen sicheren, effizienten und nachvollziehbaren Betrieb. Sie fasst Aufbau, Funktionsweise und Betriebsparameter des Wärmeverteilnetzes verständlich zusammen und bildet damit eine wichtige Grundlage für einen sicheren und effizienten Anlagenbetrieb. In der Praxis enthält die Anlagenbeschreibung beispielsweise schematische Darstellungen des Systems, Erläuterungen zu den eingesetzten Komponenten und ihrem Zusammenspiel sowie Angaben zu Sollwerten (Temperaturen, Drücke) und Regelstrategien. In den abschließenden Leistungsphasen der HOAI (LPH 8 und 9) zählt die Übergabe einer detaillierten Anlagendokumentation einschließlich Anlagenbeschreibung zu den Grundleistungen des Fachplaners. Für das Facility Management ist sie besonders hilfreich bei der Einarbeitung von Betriebspersonal und Dienstleistern sowie als Referenz bei Störungsanalysen, da alle wesentlichen technischen Informationen kompakt und systematisch dargestellt sind.
Genehmigung – Technische Ausrüstung
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Genehmigungsantrag |
| Zweck & Scope | Einholung erforderlicher öffentlich-rechtlicher Genehmigungen |
| Relevante Regelwerke | HOAI |
| Kernelemente | • Technische Beschreibung |
| Verantwortlich | Technischer Planer TGA, Bauherr |
| Praktische Nutzung | Nachweis der rechtmäßigen Errichtung und Nutzung |
Erläuterung:
Der Genehmigungsantrag (inklusive erteilter behördlicher Genehmigungen) dient dem Facility Management als wesentlicher Rechts- und Haftungsnachweis. In dieser Unterlage wird gegenüber den zuständigen Behörden detailliert dargelegt, dass das geplante Wärmeverteilnetz allen öffentlich-rechtlichen Anforderungen entspricht und sicher betrieben werden kann. Typischerweise umfasst der Antrag technische Beschreibungen, Pläne zur Trassenführung und Dimensionierung der Leitungen sowie Angaben zur Betriebsweise und zu Sicherheitsvorkehrungen. Gemäß HOAI fällt die Erstellung der Genehmigungsunterlagen in die Leistungsphase der Genehmigungsplanung und wird vom TGA-Fachplaner in Abstimmung mit dem Bauherrn durchgeführt. Für das Facility Management ist die dokumentierte Genehmigung insbesondere bei behördlichen Prüfungen oder Begehungen entscheidend, da sie den rechtmäßigen Bestand und Betrieb der Anlage belegt. Im Falle von Unfällen oder Schadensereignissen kann so nachgewiesen werden, dass alle notwendigen Genehmigungen eingeholt wurden, was Haftungsrisiken deutlich reduziert.
Heizungsanlagen
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Abnahme-/Prüfprotokoll |
| Zweck & Scope | Nachweis der vertrags- und normgerechten Ausführung |
| Relevante Regelwerke | DIN 18380 (VOB/C ATV); HOAI |
| Kernelemente | • Funktions- und Dichtheitsprüfungen |
| Verantwortlich | Auftragnehmer / Installateur |
| Praktische Nutzung | Voraussetzung für Übergang in den Betrieb und Gewährleistungsbeginn |
Erläuterung:
Das Abnahme- und Prüfprotokoll ist für das Facility Management ein zentrales Haftungs- und Übergabedokument und bildet die Grundlage für den sicheren Anlagenbetrieb. Darin wird formal bestätigt, dass die Heizungsanlage (inklusive aller Wärmeverteilnetz-Komponenten) vertragsgerecht und normgerecht (gemäß DIN 18380 und den anerkannten technischen Regeln) errichtet wurde. Typische Inhalte des Protokolls sind die Ergebnisse von Funktionsprüfungen (z.B. Probebetrieb aller Anlagenteile und Überprüfung der Regelungsfunktionen) und Dichtheitsprüfungen der Rohrleitungen sowie die Dokumentation etwaiger Restmängel. Mit Unterzeichnung des Abnahmeprotokolls geht die Anlage in die Verantwortung des Betreibers über. Gemäß VOB/B markiert die Abnahme zudem den Gefahrenübergang auf den Auftraggeber sowie den Beginn der Verjährungsfristen für Mängelansprüche. Aus Sicht des Facility Managements ist dieses Dokument wesentlich, um den rechtssicheren Übergang in den Regelbetrieb zu dokumentieren und eventuelle Mängelansprüche später durchsetzen zu können. Es dient im Schadensfall auch als Nachweis, dass bei Inbetriebnahme alle vorgeschriebenen Prüfungen erfolgt und keine offenen Mängel bestanden haben.
Prüfnachweise – Technische Ausrüstung
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Mess- und Prüfprotokolle |
| Zweck & Scope | Nachweis der Einhaltung der Planungs- und Betriebsparameter |
| Relevante Regelwerke | HOAI |
| Kernelemente | • Durchfluss-, Temperatur- und Druckmessungen |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA / TGA-Ingenieur |
| Praktische Nutzung | Grundlage für Betrieb, Optimierung und Nachweisführung |
Erläuterung:
Mess- und Prüfnachweise dokumentieren detailliert, dass die Anlage die geplanten Leistungs- und Betriebsparameter erreicht. Der TGA-Fachplaner oder ein Inbetriebnahme-Ingenieur führt hierzu diverse Abgleiche und Tests durch – etwa den hydraulischen Abgleich der Heizkreise mit Durchflussmessungen, Temperaturmessungen im Vor- und Rücklauf sowie die Überprüfung der Druckhaltung. Die Ergebnisse werden in Protokollen festgehalten und mit den Sollwerten aus der Planung verglichen. Diese objektiven Messdaten ermöglichen dem Facility Management eine fundierte Bewertung des Anlagenzustands direkt bei der Inbetriebnahme. Abweichungen können so frühzeitig erkannt und behoben werden. Zudem dienen die Prüfnachweise als Ausgangsbasis für spätere Optimierungsmaßnahmen, da sie den ursprünglichen Betriebszustand belegen. Auch für Nachweiszwecke (beispielsweise zum Erfüllen von Energieeffizienz-Vorgaben aus dem GEG oder vertraglich garantierten Leistungen) sind diese Dokumente unerlässlich. Sie untermauern, dass die Anlage gemäß Planung eingestellt wurde und ordnungsgemäß funktioniert.
DIN EN 61082-1 – Heizungsanlagen
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Elektrischer Anschluss-/Stromlaufplan |
| Zweck & Scope | Darstellung der elektrischen Versorgung und Steuerung |
| Relevante Regelwerke | DIN EN 61082-1; DIN 18380 (VOB/C ATV) |
| Kernelemente | • Stromkreise und Steuerleitungen |
| Verantwortlich | Auftragnehmer / Installateur |
| Praktische Nutzung | Grundlage für Betrieb, Wartung und Fehlersuche |
Erläuterung:
Der elektrische Anschlussplan der Heizungsanlage ist ein zentrales Bestandsdokument für den FM-Betrieb. Er zeigt übersichtlich die gesamte elektrische Verdrahtung und Steuerung des Wärmeverteilnetzes – von der Stromversorgung über Sicherungen und Schaltschrankverdrahtung bis zu Feldgeräten wie Pumpen, Ventilen und Sensoren. Durch die Erstellung nach DIN EN 61082-1 wird sichergestellt, dass der Plan normgerecht und einheitlich dargestellt ist, was die Lesbarkeit für Techniker erheblich erleichtert. Für das Facility Management ist ein aktueller Anschluss- bzw. Stromlaufplan unverzichtbar, um bei Störungen gezielt Fehler zu suchen (z.B. ausgelöste Sicherungen oder fehlerhafte Steuerleitungen) und um Wartungs- oder Umbauarbeiten fachgerecht vorzubereiten. Änderungen oder Erweiterungen an der Anlage lassen sich nur auf Basis einer verlässlichen Dokumentation sicher planen, da der Anschlussplan alle tatsächlich ausgeführten Anschlüsse und Klemmenbezeichnungen festhält. Fehlt ein solcher Plan oder ist er veraltet, steigt das Risiko von Fehlbedienungen und Zeitverlusten bei der Störungsbehebung erheblich.
Wärmeverteilnetze
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Assetbuch |
| Zweck & Scope | Systematische Erfassung aller Anlagenteile |
| Relevante Regelwerke | DIN 32835-1; VDI-MT 3810-1; VDI 6070-1 |
| Kernelemente | • Komponenten, Baujahre, Standorte |
| Verantwortlich | Betreiber / Facility Management |
| Praktische Nutzung | Grundlage für Instandhaltung, Ersatzteile und Kostenplanung |
Erläuterung:
Das Anlagen- bzw. Assetbuch ist ein systematisches Verzeichnis aller Komponenten des Wärmeverteilnetzes und bildet die Basis eines strukturierten Anlagen- und Instandhaltungsmanagements im Facility Management. Darin werden sämtliche Anlagenteile – wie Rohrleitungsabschnitte, Armaturen, Pumpen, Wärmeübertrager sowie Mess- und Regelgeräte – mit ihren relevanten Daten erfasst. Typische Informationen pro Asset umfassen z.B. eine eindeutige Kennzeichnung (nach einem festen Anlagenkennzeichnungssystem), die Bezeichnung und den Typ des Bauteils, Hersteller, Einbaujahr, technische Kenndaten (Kapazitäten, Druckstufen, Materialien) sowie den Standort innerhalb der Liegenschaft. Die genannten Richtlinien (z.B. DIN 32835-1 und VDI 3810 Blatt 1) geben Methoden und Strukturvorgaben für eine solche Dokumentation vor, um sie einheitlich und maschinenlesbar zu gestalten. Der Betreiber ist dafür verantwortlich, dieses Assetbuch laufend zu pflegen und bei Änderungen (z.B. Austausch von Komponenten oder Erweiterungen) zu aktualisieren. In der Praxis dient das Assetbuch als Grundlage, um Wartungspläne und Prüffristen für jedes Anlagenteil festzulegen, benötigte Ersatzteile vorzuhalten und langfristige Investitionsentscheidungen (Ersatzbeschaffungen, Modernisierungen) fundiert zu treffen. Darüber hinaus schafft es Transparenz über den Anlagenbestand, was im Falle von Störungen oder Audits eine schnelle Zuordnung von Verantwortlichkeiten und Maßnahmen ermöglicht.
Warmwasser-Heizungsanlagen
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Anlagenbuch |
| Zweck & Scope | Laufende Dokumentation des Betriebszustands |
| Relevante Regelwerke | VDI 2035-1; VDI 2035-3; VDI 3810-3 |
| Kernelemente | • Betriebsdaten |
| Verantwortlich | Installateur / Betreiber |
| Praktische Nutzung | Sicherstellung von Betriebssicherheit und Effizienz |
Erläuterung:
Das Anlagenbuch für Warmwasser-Heizungsanlagen ist ein laufend zu führendes Betriebs- und Nachweisdokument, das wesentlich zur Vermeidung von Schäden und Effizienzverlusten beiträgt. Es enthält fortlaufende Eintragungen über den Betriebszustand und die vorgenommenen Maßnahmen an der Heizungsanlage. Typischerweise werden darin alle wichtigen Betriebsdaten (z.B. Temperaturen, Drücke, Energieverbrauch), die Beschaffenheit des Heizungswassers (Parameter wie Härtegrad, pH-Wert, Leitfähigkeit gemäß VDI 2035) sowie durchgeführte Wartungen, Inspektionen und aufgetretene Störungen mit Datum und Beschreibung dokumentiert. Durch diese lückenlose Aufzeichnung kann der Betreiber jederzeit nachweisen, dass er seinen Betreiberpflichten (z.B. regelmäßige Wasseraufbereitung, Entlüftung, Sicherheitsprüfungen) nachgekommen ist. VDI-Richtlinien wie VDI 2035 und VDI 3810 Blatt 3 empfehlen bzw. fordern ein solches Anlagenbuch, da nur so die Betriebsbedingungen transparent nachvollziehbar bleiben und etwaige Ursachen für Schäden (z.B. Korrosion oder Kesselsteinbildung durch ungeeignetes Füllwasser) frühzeitig erkannt werden. Für das Facility Management bildet das Anlagenbuch daher ein zentrales Instrument, um die Betriebssicherheit und Energieeffizienz der Heizungsanlage langfristig sicherzustellen und im Gewährleistungs- oder Schadensfall gegenüber Herstellern oder Versicherungen die ordnungsgemäße Betriebsführung belegen zu können.
Verjährungsfristen für Mängelansprüche
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Gewährleistungsübersicht |
| Zweck & Scope | Überblick über Fristen für Mängelansprüche |
| Relevante Regelwerke | HOAI |
| Kernelemente | • Beginn und Ende der Fristen |
| Verantwortlich | Technischer Planer TGA |
| Praktische Nutzung | Steuerung des Gewährleistungsmanagements |
Erläuterung:
Diese Übersicht unterstützt das Facility Management bei der fristgerechten Durchsetzung von Mängelansprüchen. In dem Dokument werden für sämtliche relevanten Vertragsleistungen und Anlagenteile das Abnahmedatum sowie das Ende der jeweiligen Mängelhaftungsfrist aufgeführt. Üblicherweise beträgt die Verjährungsfrist für Bauleistungen der Gebäudetechnik nach BGB fünf Jahre ab Abnahme (bei Vereinbarung der VOB/B in der Regel vier Jahre), wohingegen für Lieferungen oder bewegliche Anlagen ggf. kürzere Fristen (oft zwei Jahre) gelten. Der TGA-Fachplaner oder Bauleiter erstellt idealerweise eine solche tabellarische Übersicht zum Projektabschluss, damit der Betreiber genau weiß, bis wann etwaige Mängelanzeigen spätestens erfolgen müssen. Praktisch nutzt das Facility Management diese Informationen, um rechtzeitig vor Fristablauf eine Begehung oder Funktionsprüfung zu veranlassen und potenzielle Mängel noch innerhalb der Gewährleistungszeit zu rügen. Dadurch können kostenintensive Reparaturen nach Fristablauf vermieden und die Durchsetzung von Mängelansprüchen effektiv sichergestellt werden. Die Übersicht dient zudem als Nachweis gegenüber Dritten (z.B. Versicherern oder Auditoren), dass der Betreiber seine Obhutspflichten im Gewährleistungsmanagement erfüllt.
Optimierungsmaßnahmen
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Optimierungsprotokolle |
| Zweck & Scope | Nachweis durchgeführter Effizienz- und Optimierungsmaßnahmen |
| Relevante Regelwerke | GEG |
| Kernelemente | • Beschreibung der Maßnahmen |
| Verantwortlich | Betreiber / Fachplaner |
| Praktische Nutzung | Nachweis der Energieeffizienz und Betriebskostenoptimierung |
Erläuterung:
Die Dokumentation der durchgeführten Optimierungsmaßnahmen hält fest, welche Verbesserungen am Wärmeverteilnetz umgesetzt wurden, um Energieeffizienz und Betriebskosten zu optimieren. Für jede Maßnahme (z.B. hydraulischer Abgleich, Absenkung der Vorlauftemperaturen, Dämmung von Verteilleitungen, Einbau effizienterer Pumpen oder Optimierung der Regelungstechnik) werden der Durchführungszeitpunkt und die erzielten Effekte dokumentiert. Oft erfolgt ein Vorher-/Nachher-Vergleich von Kennzahlen, etwa durch Gegenüberstellung von Verbrauchsdaten oder Temperaturprofilen vor und nach der Maßnahme. Diese Unterlagen belegen die GEG-konforme Optimierung des Systems, da das Gebäudeenergiegesetz einen effizienten Betrieb von Heizungsanlagen fordert und regelmäßige Prüfungen bzw. Verbesserungen (wie den Heizungscheck) vorschreibt. Für das Facility Management sind die Optimierungsprotokolle wichtige Steuerungsinstrumente im Energie- und Kostencontrolling: Sie zeigen den Erfolg einzelner Maßnahmen auf und dienen als Argumentationsgrundlage gegenüber dem Management oder Eigentümer für weitere Investitionen in die Anlageneffizienz. Zudem können solche Nachweise im Rahmen von Energieaudits oder Zertifizierungen (z.B. DIN EN ISO 50001 Energiemanagement) erforderlich sein, um die kontinuierliche Verbesserung der energetischen Leistung zu dokumentieren.
Heizungsprüfung und Optimierungsbedarf (GEG)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Prüf- und Bewertungsprotokoll |
| Zweck & Scope | Nachweis der energetischen Prüfung von Heizungsanlagen |
| Relevante Regelwerke | Gebäudeenergiegesetz (GEG) |
| Kernelemente | • Ergebnisse der Heizungsprüfung |
| Verantwortlich | Fachkundige Person (Heizungsprüfung nach GEG) |
| Praktische Nutzung | Erfüllung gesetzlicher Betreiberpflichten, Grundlage für Optimierungsmaßnahmen |
Erläuterung:
Dieses Dokument ist ein gesetzlich relevanter Nachweis für das Facility Management zur Bewertung der Effizienz des Wärmeverteilnetzes und zur Identifikation wirtschaftlich sinnvoller Verbesserungsmaßnahmen. Die Heizungsprüfung nach GEG wird in festgelegten Intervallen von einer fachkundigen Person durchgeführt, wobei alle wesentlichen Anlagenteile – insbesondere auch die Wärmeverteilung – auf Einsparpotenziale geprüft werden. Typische Inhalte des Protokolls sind Empfehlungen zur Optimierung der Betriebsparameter (z.B. Absenkung der Vorlauftemperatur, hydraulischer Abgleich, Austausch veralteter Pumpen) sowie eine Bewertung, ob die Wärmeverteilung gleichmäßig und verlustarm erfolgt. Das Ergebnis der Prüfung und der etwaige Optimierungsbedarf müssen schriftlich festgehalten und dem Betreiber als sogenannte Unternehmererklärung übergeben werden. Für das Facility Management bildet dieses Prüfprotokoll nicht nur den Nachweis der Erfüllung gesetzlicher Betreiberpflichten, sondern auch die Basis, um konkrete Verbesserungsmaßnahmen (wie z.B. hydraulische Abgleiche oder Regelungsanpassungen) gezielt planen und umsetzen zu können.
Betriebsmittel – Wärmeverteilnetze
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Prüfprotokolle elektrische Anlagen |
| Zweck & Scope | Nachweis der elektrischen Sicherheit von Pumpen, Regel- und Steuerungstechnik |
| Relevante Regelwerke | DGUV Vorschrift 3; DGUV Vorschrift 4; VDE 0701; VDE 0702; DGUV-Informationen 203-070 / 203-071 |
| Kernelemente | • Sicht-, Funktions- und Messprüfungen |
| Verantwortlich | Befähigte Elektrofachkraft / Prüfer |
| Praktische Nutzung | Haftungs-, Versicherungs- und Arbeitsschutznachweis |
Erläuterung:
Diese Prüfprotokolle gewährleisten den rechtskonformen und sicheren Betrieb der elektrischen Komponenten des Wärmeverteilnetzes. Sämtliche elektrische Betriebsmittel – von Pumpenmotoren über Schalttafeln bis zu Regelventilantrieben – werden in regelmäßigen Intervallen gemäß den Unfallverhütungsvorschriften (DGUV V3/V4) und einschlägigen VDE-Normen überprüft. Das Protokoll dokumentiert dabei die Ergebnisse von Sichtkontrollen, Funktionsprüfungen und Messungen (z.B. Isolationswiderstand, Schutzleiterprüfung), anhand derer die elektrische Sicherheit und Funktionsfähigkeit beurteilt werden. Die Prüfung darf nur von einer befähigten Elektrofachkraft durchgeführt werden, die ihre Messergebnisse und Feststellungen im Protokoll festhält und üblicherweise das Gerät mit einer Prüfplakette kennzeichnet. Eine lückenlose Dokumentation dieser Prüfungen ist für den Betreiber unerlässlich, um gegenüber Behörden oder Versicherern den Nachweis der erfüllten Betreiberpflichten im Arbeitsschutz zu erbringen. Gleichzeitig ermöglicht sie dem Facility Management, auftretende Mängel oder Verschleiß frühzeitig zu erkennen und durch präventive Instandhaltung Ausfälle oder Unfälle zu vermeiden.
Heizungsanlagen
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Ausführungspläne |
| Zweck & Scope | Darstellung der konkreten technischen Umsetzung |
| Relevante Regelwerke | DIN 18380 (VOB/C ATV) |
| Kernelemente | • Rohrleitungsführung |
| Verantwortlich | Auftragnehmer / Heizungsinstallateur |
| Praktische Nutzung | Grundlage für Montage, Abnahme und Betrieb |
Erläuterung:
Die Ausführungspläne bilden die technische Referenz für Betrieb, Wartung und spätere Anpassungen. Sie zeigen detailliert, wie das Wärmeverteilnetz installiert wurde – von der Trassenführung der Rohrleitungen über die Position aller Armaturen, Pumpen und Verteiler bis hin zu verwendeten Materialien und Dimensionen. In der Regel werden diese Pläne vom ausführenden Installationsunternehmen auf Basis der Entwurfsplanung erstellt und bei Bedarf fortgeschrieben. Für den Betreiber sind aktuelle Ausführungspläne unverzichtbar, da sie eine gezielte und effiziente Wartung und Störungsbeseitigung ermöglichen: Das Instandhaltungspersonal kann genau nachvollziehen, wo sich welche Komponenten befinden und wie sie zugänglich sind. Auch bei Umbau- oder Erweiterungsmaßnahmen minimieren vorhandene Ausführungspläne das Risiko von Beschädigungen oder Inkompatibilitäten, da alle Eingriffe mit Kenntnis der realisierten Installation geplant werden können. Nicht zuletzt dienen die Pläne bei der Abnahme der Anlage als Prüfgrundlage, um sicherzustellen, dass die Ausführung den vertraglichen Vereinbarungen und technischen Regeln (z.B. VOB/C DIN 18380) entspricht.
Ausschreibungspläne
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Ausschreibungspläne |
| Zweck & Scope | Definition des geplanten Leistungsumfangs |
| Relevante Regelwerke | HOAI |
| Kernelemente | • Systemlayout |
| Verantwortlich | Technischer Planer TGA |
| Praktische Nutzung | Grundlage für Angebotsvergleich und Vergabe |
Erläuterung:
Ausschreibungspläne werden vom TGA-Fachplaner erstellt, um den vorgesehenen Aufbau und die Dimensionierung des Wärmeverteilnetzes bereits in der Planungsphase transparent darzustellen. Sie visualisieren das geplante Systemlayout mit allen Hauptkomponenten und wesentlichen Leitungswegen und ergänzen das Leistungsverzeichnis der Ausschreibung. Auf Basis dieser Pläne können Bieter den Umfang und die technischen Anforderungen präzise erfassen, was einen vergleichbaren Angebotswettbewerb sicherstellt. In den Leistungsphasen der HOAI (insbesondere bei der Vorbereitung der Vergabe) bilden die Ausschreibungspläne eine zentrale Grundlage, damit alle Angebote auf dem gleichen Informationsstand basieren. Der Auftraggeber und der Facility Manager profitieren davon, da spätere Unklarheiten oder Änderungen während der Bauausführung reduziert werden – die Planungsidee ist eindeutig dokumentiert. Nach der Vergabe behalten die Ausschreibungspläne ihren Wert, indem sie dem Facility Management als Referenz dienen, um etwaige Abweichungen in der Ausführung nachzuvollziehen oder die ursprünglichen Planungsvorgaben bei Gewährleistungsfragen heranziehen zu können.
Bestandspläne – Technische Ausrüstung
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Werk- / Bestandspläne |
| Zweck & Scope | Dokumentation des tatsächlich ausgeführten Zustands |
| Relevante Regelwerke | HOAI |
| Kernelemente | • Tatsächliche Leitungsführung |
| Verantwortlich | Fachplaner / Zeichner TGA |
| Praktische Nutzung | Grundlage für Betrieb, Instandhaltung und Umbauten |
Erläuterung:
Diese Pläne sind für das Facility Management essenziell zur Bestandsbewirtschaftung und zur Vermeidung von Eingriffen mit Betriebsrisiken. Bestandspläne (oft auch Revisionspläne genannt) halten den tatsächlich realisierten Anlagenzustand nach Abschluss der Bauarbeiten fest. Sie werden nach Fertigstellung vom Fachplaner oder ausführenden Unternehmen erstellt, wobei alle während der Bauphase vorgenommenen Änderungen in den Plänen nachgetragen werden. Für das Facility Management bilden sie die Grundlage, um den technischen Anlagenbetrieb sicher und effizient zu steuern: Instandhaltungs- und Prüfintervalle lassen sich anhand der dokumentierten Komponenten planen, und im Störungsfall kann schnell ermittelt werden, wo sich das betreffende Bauteil befindet. Bei geplanten Umbauten oder Erweiterungen verhindern aktuelle Bestandspläne zudem ungewollte Beschädigungen, da Leitungsverläufe und Einbaulagen genau bekannt sind. Schließlich verlangen auch Behörden oder Versicherer im Ernstfall eine nachvollziehbare Dokumentation, um die Einhaltung aller technischen und gesetzlichen Vorgaben durch den Betreiber überprüfen zu können.
Benutzerhandbuch – Heizungsanlagen
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Betriebs- / Benutzerhandbuch |
| Zweck & Scope | Sicherer und bestimmungsgemäßer Betrieb des Wärmeverteilnetzes |
| Relevante Regelwerke | DIN 18380 (VOB/C ATV); VDI 6026-1 |
| Kernelemente | • Bedienungsanweisungen |
| Verantwortlich | Auftragnehmer / Installateur |
| Praktische Nutzung | Zentrale Arbeitsgrundlage im FM-Betrieb |
Erläuterung:
Das Betriebs- und Benutzerhandbuch ist maßgeblich, um Fehlbedienungen zu vermeiden und einen effizienten Anlagenbetrieb sicherzustellen. Es enthält alle notwendigen Informationen für den täglichen Betrieb des Heizsystems und des Verteilnetzes – von Schritt-für-Schritt-Anleitungen für die Bedienung über Erläuterungen zu Regelstrategien (etwa Einstellhinweise für Heizkurven, Nachtabsenkungen oder Pumpenschaltungen) bis hin zu Vorgehensweisen bei Störungen oder Notfällen. Ebenfalls integriert sind Wartungspläne und Prüfvorschriften, damit regelmäßige Inspektionen der Komponenten (z.B. Pumpenwartung, Sicherheitsventilprüfung) ordnungsgemäß durchgeführt werden können. Das Handbuch wird gemäß Richtlinien wie VDI 6026 strukturiert aufbereitet und dem Betreiber im Zuge der Inbetriebnahme übergeben. Im Facility Management dient es als zentrale Arbeitsgrundlage: Das Personal stützt sich bei Betrieb und Eingriffen an der Anlage auf die im Handbuch dokumentierten Abläufe und Grenzwerte. Auf diese Weise wird die Betriebssicherheit erhöht und eine energieeffiziente Fahrweise der Wärmeverteilanlage gefördert, da alle Einstellungen und Handgriffe auf bewährten Vorgaben basieren.
Auslegung – Entwurfsplanung (LPH 3)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Auslegungsberechnungen |
| Zweck & Scope | Dimensionierung des Wärmeverteilnetzes |
| Relevante Regelwerke | HOAI |
| Kernelemente | • Rohrnetzberechnung |
| Verantwortlich | Technischer Planer TGA |
| Praktische Nutzung | Sicherstellung der funktionalen Anforderungen |
Erläuterung:
Bereits in der Entwurfsplanung (HOAI Leistungsphase 3) werden Berechnungen des Wärmeverteilnetzes durchgeführt, um die Einhaltung aller funktionalen Anforderungen sicherzustellen. Hierzu zählen insbesondere die Auslegung der Rohrleitungsdimensionen und die Berechnung von Druckverlusten im Verteilnetz. Auf Basis der ermittelten Heizlast des Gebäudes legt der TGA-Planer fest, welche Wassermengen und Vorlauftemperaturen benötigt werden und dimensioniert die Rohrquerschnitte entsprechend. Ergebnis dieser Phase sind z.B. erste Rohrnetzberechnungen, die aufzeigen, dass alle Heizflächen ausreichend versorgt werden können, sowie die Auswahl einer geeigneten Pumpenleistung. Diese Auslegungsnachweise dienen als Grundlage für die weitere Planung und werden im Zuge der Ausführungsplanung verfeinert. Für das Facility Management dokumentieren sie transparent die technischen Annahmen und Reserven des Systems – ein Wissen, das bei der Fehlersuche (etwa wenn einzelne Räume nicht die Solltemperatur erreichen) oder bei zukünftigen Kapazitätserweiterungen hilfreich sein kann.
Auslegung – Ausführungsplanung (LPH 5)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Fortschreibung der Berechnungen |
| Zweck & Scope | Anpassung an Ausführungsdetails |
| Relevante Regelwerke | HOAI |
| Kernelemente | • Detaildimensionierung |
| Verantwortlich | Technischer Planer TGA |
| Praktische Nutzung | Grundlage für Montage und Abnahme |
Erläuterung:
In der Ausführungsplanung (HOAI Leistungsphase 5) werden die Entwurfsberechnungen detailliert und an die tatsächlichen Ausführungsbedingungen angepasst. Alle relevanten Parameter der Anlage – von exakten Leitungsverläufen und -längen über gewählte Armaturtypen und Pumpenmodelle bis hin zu konstruktiven Details – fließen nun in die Berechnung ein. Der TGA-Planer oder ggf. der Auftragnehmer selbst erstellt präzise Rohrnetzberechnungen für den finalen Aufbau der Anlage. Dabei werden zum Beispiel die Druckverluste jeder Teilstrecke ermittelt und die Durchflüsse für jeden Strang und Verbraucher festgelegt. Diese detaillierten Berechnungsnachweise stellen sicher, dass die installierten Komponenten (Rohrdimensionen, Pumpen etc.) genau auf den Bedarf abgestimmt sind. Für die Montage dienen sie als Vorgabe, etwa um Einstellwerte für Regelventile oder Pumpendrehzahlen zu definieren. Gleichzeitig bilden sie eine Referenz für die technische Abnahme: Anhand der berechneten Soll-Werte können die Inbetriebnahme-Messungen (z.B. Durchflussmessungen, Differenzdruckmessungen) verifiziert werden, um nachzuweisen, dass die Anlage wie geplant funktioniert.
Ausschreibungsergebnis (LPH 7)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Endgültige Berechnungsnachweise |
| Zweck & Scope | Abgleich Planung und vergebene Leistung |
| Relevante Regelwerke | HOAI; DIN 18379 |
| Kernelemente | • Bestätigte Auslegung |
| Verantwortlich | Technischer Planer TGA |
| Praktische Nutzung | Referenz für Betrieb und Optimierung |
Erläuterung:
Nach Vergabe der Bauleistung (HOAI Leistungsphase 7) werden die endgültigen Berechnungsunterlagen erstellt, welche die bestätigte Auslegung des Wärmeverteilnetzes abbilden. In diese finale Dokumentation fließen alle Änderungen oder Optimierungen ein, die sich aus der Ausschreibungs- und Ausführungsphase ergeben haben. Der TGA-Planer prüft die technischen Angebote des Auftragnehmers und stellt sicher, dass die gewählte Ausführung den Planungsanforderungen entspricht – dies wird durch die Berechnungsnachweise belegt. Die endgültigen Auslegungsdaten (z.B. tatsächliche Rohrdurchmesser, Pumpenkennlinien, Ventileinstellungen) werden übersichtlich zusammengestellt und festgeschrieben. Für das Facility Management dienen diese Unterlagen als verlässliche Referenz im laufenden Betrieb: Sie geben Aufschluss über alle geplanten Sollwerte und Systemparameter, was das Optimieren der Anlage (z.B. Feineinstellung der Regelungen oder energetische Verbesserungen) erheblich erleichtert. Zudem sind sie bei späteren Erweiterungen oder Austausch von Komponenten ein wichtiger Anknüpfungspunkt, da man auf den ursprünglich berechneten Zustand zurückgreifen kann, um Kompatibilität und Leistungsreserven einzuschätzen.
Lebenszykluskostenberechnung (LCC)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | LCC-Berechnung |
| Zweck & Scope | Bewertung der Kosten über den gesamten Nutzungszeitraum |
| Relevante Regelwerke | HOAI |
| Kernelemente | • Investitions-, Betriebs- und Instandhaltungskosten |
| Verantwortlich | Technischer Planer TGA |
| Praktische Nutzung | Strategische Entscheidungsgrundlage im FM |
Erläuterung:
Die Berechnungs- und insbesondere die Lebenszykluskosten-Dokumente unterstützen das Facility Management bei einer energie- und kostenoptimierten Betriebsführung. In einer LCC-Berechnung werden die Gesamtkosten über die Lebensdauer des Wärmeverteilnetzes betrachtet – einschließlich der Investitionskosten sowie aller zu erwartenden Betriebs-, Wartungs- und Entsorgungskosten. Dadurch lässt sich bereits in der Planungsphase die wirtschaftlich günstigste Variante ermitteln, selbst wenn höhere Anfangskosten anfallen sollten. Für das Facility Management bietet dieses Dokument eine fundierte Basis, um strategische Entscheidungen zu treffen: Beispielsweise kann abgewogen werden, ob der Einsatz hochwertigerer Komponenten durch längere Lebensdauer und geringere Betriebskosten vorteilhaft ist. Im laufenden Betrieb dienen LCC-Berechnungen als Referenz, um Kostenentwicklungen zu überwachen und frühzeitig den Austausch oder die Modernisierung von Anlagenteilen zu planen, bevor Wartung und Energieverbrauch unwirtschaftlich werden. Insgesamt gewährleisten solche Analysen, dass das Wärmeverteilnetz nicht nur technisch, sondern auch betriebskostenbezogen optimal betrieben wird.
Darstellung und Neuberechnung – Technische Ausrüstung
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Bestandsdokumentation mit grafischer Darstellung und Neuberechnung |
| Zweck & Scope | Erfassung des Ist-Zustands und technische Neubewertung des Wärmeverteilnetzes |
| Relevante Regelwerke | HOAI |
| Kernelemente | • Inventarisierung der Komponenten |
| Verantwortlich | Technischer Planer TGA |
| Praktische Nutzung | Grundlage für Optimierung, Umbauten und Effizienzmaßnahmen |
Erläuterung:
Diese Dokumentation schafft Transparenz über den realen Anlagenzustand und liefert eine aktuelle Datengrundlage des Wärmeverteilnetzes. Alle verbauten Komponenten und Leitungen werden erfasst und visuell in Plänen festgehalten. Durch eine fundierte Neubewertung mittels aktualisierter hydraulischer und thermischer Berechnungen kann der Planer überprüfen, ob das Netz optimal dimensioniert ist oder wo Engpässe und Überdimensionierungen bestehen. Gemäß HOAI wird eine solche Bestandsaufnahme und Nachberechnung bei Bestandsanlagen als besondere Leistung anerkannt – sie bildet die Grundlage für fundierte Entscheidungen des Facility Managements. So können Sanierungen, ein präziser hydraulischer Abgleich und energetische Optimierungen zielgerichtet geplant werden. Ohne eine valide Bestandsdokumentation würden Verbesserungsmaßnahmen auf unsicheren Annahmen beruhen.
Bestandspläne
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Bestands-/Revisionspläne |
| Zweck & Scope | Dokumentation der ausgeführten Leitungsführung und Komponenten |
| Relevante Regelwerke | DIN 18380 (VOB/C ATV); VDI 6026-1 |
| Kernelemente | • Leitungswege, Verteiler, Pumpen |
| Verantwortlich | Auftragnehmer / Heizungsinstallateur |
| Praktische Nutzung | Betrieb, Wartung, Störungsanalyse |
Erläuterung:
Bestandspläne sind zentrale FM-Arbeitsunterlagen für den sicheren technischen Betrieb. Sie zeigen detailliert, wie die Rohrleitungen verlegt sind, wo Verteiler, Pumpen, Absperr- und Regelarmaturen positioniert wurden und wie die Anbindung der Heizkreise erfolgt. Der ausführende Heizungsbauer (Auftragnehmer) ist verpflichtet, nach Abschluss der Arbeiten Revisionspläne zu erstellen und dem Betreiber zu übergeben – gemäß VOB/C (DIN 18380) müssen alle für den Betrieb wichtigen Unterlagen bei der Abnahme bereitgestellt werden. Diese Pläne ermöglichen es dem Facility Management, gezielt Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten durchzuführen, ohne versehentlich Bausubstanz zu beschädigen. Auch bei Störungsfällen kann anhand der Pläne schnell die betroffene Stelle im Netz identifiziert und isoliert werden. Darüber hinaus sind aktuelle Bestandspläne unerlässlich, um spätere Umbauten oder Erweiterungen ohne Risiko für die bestehende Anlage zu planen.
Betriebsanleitungen und Sicherheitshinweise – Elektrische Betriebsmittel
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Betriebsanleitung und Sicherheitshinweise |
| Zweck & Scope | Sicherer Betrieb elektrischer Komponenten (z. B. Pumpen, Antriebe) |
| Relevante Regelwerke | Richtlinie 2014/35/EU; 1. ProdSV |
| Kernelemente | • Bestimmungsgemäße Verwendung |
| Verantwortlich | Hersteller |
| Praktische Nutzung | Unterweisung, Haftungsabsicherung |
Erläuterung:
Die Hersteller-Betriebsanleitungen und Sicherheitshinweise für elektrische Betriebsmittel bilden die verbindliche Grundlage für den sicheren und bestimmungsgemäßen Betrieb der in der Anlage eingesetzten Komponenten. Auf Basis der Richtlinie 2014/35/EU sowie der 1. ProdSV legen sie zulässige Einsatzbedingungen, sicherheitsrelevante Hinweise und Warnhinweise eindeutig fest. Für das Facility Management sind diese Unterlagen zentral für die Unterweisung des Betriebspersonals, die rechtssichere Erfüllung der Betreiberpflichten sowie zur Haftungsabsicherung im laufenden Betrieb.
Betriebsanleitung – Technische Ausrüstung
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Interdisziplinäre Betriebsanleitung |
| Zweck & Scope | Koordinierter Betrieb mit MSR, Gebäudeautomation und Brandschutz |
| Relevante Regelwerke | HOAI |
| Kernelemente | • Systemzusammenhänge |
| Verantwortlich | Technischer Planer TGA |
| Praktische Nutzung | Zentrale Betriebsgrundlage im FM |
Erläuterung:
Die gewerkeübergreifende Betriebsanleitung für die technische Ausrüstung beschreibt den koordinierten Betrieb der Videoüberwachungsanlage im Zusammenspiel mit MSR, Gebäudeautomation und brandschutztechnischen Systemen. Auf Grundlage der HOAI werden Systemzusammenhänge, Abhängigkeiten und definierte Betriebsabläufe nachvollziehbar dargestellt. Für das Facility Management stellt diese interdisziplinäre Betriebsanleitung die zentrale Betriebsgrundlage dar, um Schnittstellen sicher zu beherrschen, Fehlbedienungen zu vermeiden und einen stabilen, normkonformen Anlagenbetrieb zu gewährleisten.
Betriebsanleitung nach Herstellervorgaben
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Betriebsanleitung Heizung |
| Zweck & Scope | Regel- und bedarfsgerechter Betrieb der Wärmeverteilung |
| Relevante Regelwerke | VDI 3810-3 |
| Kernelemente | • Regelstrategien |
| Verantwortlich | Betreiber |
| Praktische Nutzung | Effiziente Betriebsführung |
Erläuterung:
Die Betriebsanleitung für Heizungsanlagen beschreibt die regel- und bedarfsgerechte Betriebsführung der Wärmeverteilung auf Grundlage der VDI 3810-3. Sie legt die angewendeten Regelstrategien, relevanten Sollwerte sowie das Zusammenspiel der Komponenten eindeutig fest. Für das Facility Management dient diese Betriebsanleitung als praxisorientierte Arbeitsgrundlage, um einen energieeffizienten, betriebssicheren und wirtschaftlichen Heizungsbetrieb sicherzustellen und Betriebsparameter gezielt anzupassen.
Betriebstagebuch
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Betriebstagebuch |
| Zweck & Scope | Laufende Dokumentation von Betrieb, Störungen und Maßnahmen |
| Relevante Regelwerke | VDI-MT 3810-1 |
| Kernelemente | • Betriebszustände |
| Verantwortlich | Facility Management |
| Praktische Nutzung | Revisions- und Haftungsnachweis |
Erläuterung:
Das Betriebstagebuch dient der kontinuierlichen und nachvollziehbaren Dokumentation aller relevanten Betriebszustände, Störungen und durchgeführten Maßnahmen der Anlage. Auf Grundlage der VDI-MT 3810-1 stellt es für das Facility Management einen zentralen Revisions- und Haftungsnachweis dar und ermöglicht die lückenlose Nachverfolgung des Anlagenbetriebs. Gleichzeitig bildet es eine wichtige Grundlage für Audits, Schadensanalysen sowie für die Optimierung von Betriebs- und Instandhaltungsprozessen.
Betriebskostenberechnung
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Betriebskostenberechnung |
| Zweck & Scope | Ermittlung laufender Kosten des Wärmeverteilnetzes |
| Relevante Regelwerke | HOAI |
| Kernelemente | • Energie- und Wartungskosten |
| Verantwortlich | Technischer Planer TGA |
| Praktische Nutzung | Budgetierung und Kostencontrolling |
Erläuterung:
Eine Betriebskostenberechnung liefert dem Facility Management eine klare Prognose der zu erwartenden laufenden Ausgaben für das Wärmeverteilnetz. Der TGA-Fachplaner ermittelt hierfür die wesentlichen Kostenblöcke: Energieverbräuche (z. B. Brennstoff- oder Stromkosten für Pumpen) und Wartungskosten der Komponenten werden auf Basis von Verbrauchsannahmen und Wartungsplänen kalkuliert. Unterstützend können anerkannte Richtlinien wie VDI 2067 herangezogen werden, um die Berechnung methodisch abzusichern und Varianten vergleichbar zu machen. Gemäß HOAI kann die detaillierte Betriebskostenberechnung als besondere Leistung in der Planungsphase beauftragt werden, um die Wirtschaftlichkeit verschiedener technischer Lösungen zu bewerten. In der Praxis nutzt das Facility Management diese Dokumentation für die Budgetierung (etwa zur jährlichen Betriebskostenplanung) und für das laufende Kostencontrolling. Durch den Abgleich der prognostizierten Kosten mit den tatsächlichen Verbräuchen können frühzeitig Ineffizienzen erkannt und Gegenmaßnahmen eingeleitet werden. Insgesamt trägt die Betriebskostenberechnung dazu bei, die Wirtschaftlichkeit des Betriebs sicherzustellen und Transparenz über die finanziellen Auswirkungen des Wärmeverteilnetzes zu schaffen.
Brandfall-Steuermatrix
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Brandfall-Steuermatrix |
| Zweck & Scope | Festlegung des Systemverhaltens im Brandfall |
| Relevante Regelwerke | VDI 3819-3; HOAI |
| Kernelemente | • Abschaltungen und Prioritäten |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA / Brandschutz |
| Praktische Nutzung | Prüfungen, Notfallbetrieb |
Erläuterung:
Die Brandfall-Steuermatrix stellt sicher, dass das Wärmeverteilnetz brandschutzkonform integriert ist und im Notfall korrekt reagiert. In dieser Matrix werden alle relevanten Anlagenteile und deren Verhalten im Brandfall tabellarisch erfasst. Der TGA-Fachplaner erarbeitet gemeinsam mit dem Brandschutzgutachter, welche Abschaltungen, Umschaltungen oder Verriegelungen im Ereignis eines Brandes erfolgen müssen. Zum Beispiel kann festgelegt sein, dass Umwälzpumpen im betroffenen Brandabschnitt automatisch abschalten, um eine weitere Wärmeversorgung des Brandbereichs zu unterbinden, oder dass Brandschutzklappen in Lüftungsschächten schließen und Heizungsregelventile in Sicherheitsstellung fahren. Ebenso werden Prioritäten definiert (welche Aktion hat Vorrang) und die Schnittstellen zur Brandmeldeanlage (BMA) beschrieben – etwa welche Brandmeldesignale das Heizungsleitsystem empfängt und wie es daraufhin reagieren soll. Diese Matrix ist nicht nur Planungsdokument, sondern dient auch im Betrieb: Sie bildet die Grundlage für regelmäßige Wirk-Prinzip-Prüfungen der Sicherheitsfunktionen und hilft im Ernstfall dem Facility Management sowie der Feuerwehr, das Zusammenspiel der Anlagen zu verstehen. Durch die Dokumentation in Matrixform bleibt das komplexe Zusammenspiel übersichtlich, und mögliche Lücken im Brandschutzkonzept können leichter erkannt werden. Letztlich gewährleistet die Brandfall-Steuermatrix, dass die Wärmeverteilanlage im Gefahrenfall keine unzulässigen Zustände verursacht und die Gebäudesicherheit unterstützt.
Lösungsdarstellungen
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Grafische Lösungsdarstellung |
| Zweck & Scope | Visualisierung der geplanten Umsetzung |
| Relevante Regelwerke | HOAI |
| Kernelemente | • Netzstruktur |
| Verantwortlich | Technischer Planer TGA |
| Praktische Nutzung | Grundlage für Ausführung und Betrieb |
Erläuterung:
Die Lösungsdarstellungen der Ausführungsplanung (LPH 5) visualisieren die geplante technische Umsetzung der Anlage in strukturierter und nachvollziehbarer Form. Auf Grundlage der HOAI stellen sie die Netzstruktur sowie die Platzierung der wesentlichen Komponenten dar und ermöglichen dem Facility Management eine fundierte Prüfung der vorgesehenen Ausführung hinsichtlich Funktionalität, Zugänglichkeit und Wartbarkeit. Gleichzeitig dienen sie als verbindliche Grundlage für die Ausführung und als Referenz für den späteren Betrieb der Anlage.
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Technische Lösungsbeschreibung |
| Zweck & Scope | Dokumentation der vergebenen technischen Lösung |
| Relevante Regelwerke | HOAI; DIN 18381; DIN 18379 |
| Kernelemente | • Technische Spezifikation |
| Verantwortlich | Technischer Planer TGA |
| Praktische Nutzung | Referenz für Abnahme und Betrieb |
Erläuterung:
Die technische Lösungsbeschreibung im Status der Ausschreibungsergebnisse (LPH 7) dokumentiert die final vergebene technische Lösung der Anlage und stellt den verbindlichen Abgleich zwischen der ursprünglichen Planung und der beauftragten Leistung her. Auf Grundlage der HOAI sowie der DIN 18381 und DIN 18379 beschreibt sie die maßgeblichen technischen Spezifikationen eindeutig und nachvollziehbar. Für das Facility Management dient dieses Dokument als zentrale Referenz für Abnahme, Inbetriebnahme und den späteren Betrieb sowie als belastbare Grundlage zur Bewertung von Abweichungen, Nachträgen oder technischen Änderungen im weiteren Lebenszyklus der Anlage.
Bauleistungen / Technische Ausrüstung
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Vergabedokumentation |
| Zweck & Scope | Nachweis eines transparenten und regelkonformen Vergabeverfahrens |
| Relevante Regelwerke | VgV; VOB/A 2019; UVgO; HOAI |
| Kernelemente | • Verfahrensart und Zuschlagskriterien |
| Verantwortlich | Öffentlicher Auftraggeber / Fachplaner TGA |
| Praktische Nutzung | Revisions- und Rechtssicherheit bei Prüfungen |
Erläuterung:
Im Rahmen öffentlicher Vergaben ist es vorgeschrieben, alle Schritte des Ausschreibungsprozesses in einem Vergabevermerk festzuhalten. Dazu zählen insbesondere die Bewertungsmatrix der Angebote, die Dokumentation der Bieterkommunikation (z. B. Fragen und Antworten der Bieter sowie Protokolle von Änderungen der Ausschreibungsunterlagen) und der abschließende Zuschlagsvermerk mit Begründung der Zuschlagsentscheidung. Eine derart detaillierte Vergabedokumentation stellt sicher, dass das Verfahren den Transparenz- und Gleichbehandlungsgrundsätzen (gemäß VgV und VOB/A) entspricht und auch im Nachhinein von Prüfbehörden oder in einem Nachprüfungsverfahren lückenlos nachvollzogen werden kann. Für das Facility Management ist die Dokumentation des Vergabeverfahrens ein zentrales Instrument, um Transparenz und Kontrolle im Beschaffungsprozess zu gewährleisten. Sie belegt die Einhaltung aller Vergaberegeln und internen Richtlinien bei der Beschaffung der technischen Anlage. Gleichzeitig schafft sie Transparenz für alle Beteiligten und bildet die Basis, um im späteren Projektverlauf Vertragsinhalte und Zuständigkeiten eindeutig zurückverfolgen zu können. Bei internen oder externen Audits – etwa durch die Revision oder Fördermittelgeber – dient eine vollständige Vergabedokumentation schließlich als Beleg für eine ordnungsgemäße und rechtssichere Auftragsvergabe.
Bieter – Bauleistungen
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Eignungsnachweis |
| Zweck & Scope | Nachweis der fachlichen und technischen Leistungsfähigkeit |
| Relevante Regelwerke | VOB/A 2019 |
| Kernelemente | • Referenzen |
| Verantwortlich | Bieter / Auftragnehmer |
| Praktische Nutzung | Qualitätssicherung sicherheitsrelevanter Leistungen |
Erläuterung:
Jeder Bieter muss im Vergabeverfahren (gemäß VOB/A) durch geeignete Unterlagen belegen, dass er fachkundig, leistungsfähig und zuverlässig genug ist, um die ausgeschriebenen Leistungen zu erbringen. Übliche Eignungsnachweise umfassen Referenzprojekte vergleichbarer Art und Größe, Qualifikationsnachweise (z. B. Zertifikate wie DIN EN ISO 9001 oder spezifische Fachzertifikate) sowie Angaben zum Personal und zur technischen Ausstattung des Unternehmens. Auch wirtschaftliche Kennzahlen (Umsätze, Bonität) der letzten Jahre und Erklärungen zur Gesetzestreue und Zuverlässigkeit (z. B. Unbedenklichkeitsbescheinigungen der Finanzämter und Sozialversicherungsträger) werden verlangt. Anhand dieser Angaben führt der Auftraggeber eine Eignungsprüfung gemäß § 6a VOB/A durch, um sicherzustellen, dass nur qualifizierte und zuverlässige Bieter in die engere Wahl kommen. Aus Sicht des Facility Managements ist der Eignungsnachweis essenziell, um Qualität und Verlässlichkeit der beauftragten Firmen sicherzustellen. Bereits vor Vertragsabschluss ermöglicht er eine fundierte Bewertung der Fachkompetenz und der finanziellen Stabilität potenzieller Auftragnehmer. So wird das Risiko minimiert, dass ungeeignete oder unsolide Dienstleister mit kritischen Aufgaben – wie der Installation und Betreuung von Wärmeverteilanlagen – betraut werden. Langfristig trägt dies zu höherer Betriebssicherheit, Vertragstreue und Qualität der erbrachten Leistungen bei.
Mengenermittlung
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Mengenermittlung |
| Zweck & Scope | Ermittlung abrechnungs- und kostenrelevanter Mengen |
| Relevante Regelwerke | HOAI |
| Kernelemente | • Rohrleitungen, Armaturen, Pumpen |
| Verantwortlich | Technischer Planer TGA |
| Praktische Nutzung | Kostenkontrolle und Nachtragsbewertung |
Erläuterung:
Die Mengenermittlung ist eine grundlegende Planungsunterlage, in der sämtliche erforderlichen Material- und Leistungsmengen für das Projekt erfasst werden. Im Rahmen der HOAI-Leistungsphasen – insbesondere bei der Vorbereitung der Vergabe (Leistungsphase 6/7) – werden anhand von Plänen und Schemata alle relevanten Komponenten des Wärmeverteilnetzes quantitativ bestimmt. Dazu zählen z. B. die Gesamtlängen der Rohrleitungen (nach Durchmesser aufgeschlüsselt), die Anzahl und Nennweiten der benötigten Armaturen (Ventile, Absperrungen etc.), die Anzahl der Pumpen und sonstiger Hauptkomponenten sowie der Umfang der Isolations- und Montagearbeiten. Diese präzise Erfassung bildet die Grundlage für das Leistungsverzeichnis und eine belastbare Kostenschätzung. Sie stellt sicher, dass keine Position im Ausschreibungsprozess übersehen wird und Angebote verschiedener Bieter sachgerecht verglichen werden können. Gleichzeitig schafft die Mengenermittlung klare Vorgaben für den Leistungsumfang und trägt so zur Kostensicherheit und eindeutigen Leistungsdefinition des Projekts bei. Für das Facility Management ist die dokumentierte Mengenermittlung ein wesentliches Steuerungs- und Kontrollinstrument über den gesamten Lebenszyklus der Anlage. Bereits in der Planungs- und Bauphase ermöglicht sie eine genaue Überwachung der Kostenentwicklung, indem Soll- und Ist-Mengen gegenübergestellt und Abweichungen frühzeitig erkannt werden. Nach Inbetriebnahme dient sie als Referenz, um bei späteren Erweiterungen oder Umbauten die ursprünglich vorgesehenen Kapazitäten nachvollziehen und neue Anforderungen daran messen zu können. Auch im Nachtragsmanagement und bei Leistungsänderungen lassen sich dank einer detaillierten Mengenermittlung die Auswirkungen auf Kosten und Umfang transparent bewerten. Insgesamt unterstützt eine sorgfältige Mengenermittlung die wirtschaftliche Betriebsführung – von der Kostenkontrolle in der Errichtungsphase bis zur Planung von Ersatzteilbeständen (auf Basis der verbauten Stückzahlen) und Wartungsressourcen im laufenden Betrieb.
Bautagebuch
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Bautagebuch |
| Zweck & Scope | Laufende Dokumentation des Bau- und Montagefortschritts |
| Relevante Regelwerke | HOAI |
| Kernelemente | • Arbeitsstände und Termine |
| Verantwortlich | Technischer Planer TGA |
| Praktische Nutzung | Nachweis bei Mängeln, Verzögerungen oder Streitfällen |
Erläuterung:
Während der Bau- und Montagephase der technischen Ausrüstung wird ein Bautagebuch (Baudokumentation) geführt, das den Projektverlauf laufend festhält. Die Bauleitung bzw. der TGA-Fachplaner protokolliert hierin alle wesentlichen Ereignisse und Arbeiten. In Tagesberichten werden die ausgeführten Leistungen und der Baufortschritt dokumentiert – inklusive Angaben zu Wetterbedingungen, Personaleinsatz und Anlieferungen. Auch festgestellte Mängel oder Störungen werden sofort vermerkt und in Mängelprotokollen festgehalten. Abweichungen von der Planung sowie erforderliche Änderungen werden schriftlich dokumentiert und mit entsprechenden Genehmigungsvermerken versehen. Gemäß HOAI Leistungsphase 8 (Objektüberwachung/Bauüberwachung) gehört das Führen eines Bautagebuchs zu den Grundleistungen des Planers, um die ordnungsgemäße Ausführung und Qualitätssicherung auf der Baustelle zu gewährleisten. Für das Facility Management ist das übergebene Bautagebuch ein wertvolles Referenzdokument. Es wird als Teil der Bestandsunterlagen archiviert und ermöglicht es, im Falle von Gewährleistungsansprüchen oder technischen Problemen später nachzuvollziehen, wann und von wem bestimmte Arbeiten durchgeführt wurden und ob während der Bauphase besondere Vorkommnisse oder Abweichungen auftraten. Ebenso können anhand der Bautagebuch-Daten bei künftigen Umbauten Rückschlüsse gezogen werden, an welchen Stellen bereits Änderungen vorgenommen wurden. Damit unterstützt die Baudokumentation die Nachvollziehbarkeit des Projektverlaufs und trägt zur Rechtssicherheit bei der Abwicklung von Gewährleistungsfristen und Haftungsfragen bei.
Fundamentplan
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Fundamentplan |
| Zweck & Scope | Planung der Aufstell- und Fundamentbereiche |
| Relevante Regelwerke | DIN 18380 (VOB/C ATV) |
| Kernelemente | • Lastannahmen |
| Verantwortlich | Auftragnehmer / Heizungsinstallateur |
| Praktische Nutzung | Grundlage für Montage und sicheren Betrieb |
Erläuterung:
Der Fundamentplan ist eine Ausführungszeichnung, welche die Aufstellorte und erforderlichen Fundamentierungen für größere Komponenten der Heizungsanlage darstellt. Er wird in der Regel vom ausführenden Heizungsunternehmen als Teil der Werk- bzw. Montageplanung erstellt. Im Fundamentplan werden die benötigten Aufstellflächen und Sockel für Kessel, Wärmespeicher, Pumpenaggregate oder Verteiler so eingezeichnet, dass Tragfähigkeit und Befestigungsmöglichkeiten klar definiert sind. Dabei werden die Lastannahmen (Gewicht der Geräte, ggf. Schwingungsbelastungen) berücksichtigt und an den Bauwerkstrupp übermittelt, damit Fundamente oder Aufstellpodeste entsprechend dimensioniert sind. Der Plan enthält genaue Maßangaben für die Positionierung der Anlagenkomponenten sowie Details zu Befestigungen (z. B. Ankerpunkte oder Schwingungsdämpfer). So wird sichergestellt, dass die schweren oder groß dimensionierten Heiztechnik-Komponenten standsicher und fachgerecht montiert werden können, ohne die Gebäudestruktur zu beeinträchtigen. Der Fundamentplan ist damit eine entscheidende Grundlage für die Montage und den sicheren Betrieb: Er verhindert Fehlplatzierungen und ermöglicht den beteiligten Gewerken (Heizungsbauer, Betonbauer etc.) eine abgestimmte Umsetzung. Für das Facility Management dient der fertige Fundamentplan später als Teil der Anlagendokumentation, um nachvollziehen zu können, welche tragenden Unterkonstruktionen vorhanden sind – etwa im Hinblick auf spätere Gerätewechsel oder Inspektionen der Aufstellpunkte.
Heizungs- und Wärmeverteilanlagen
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Fachunternehmererklärung |
| Zweck & Scope | Bestätigung der norm- und vertragsgerechten Ausführung |
| Relevante Regelwerke | DIN 18380 (VOB/C ATV) |
| Kernelemente | • Konformität zur Planung |
| Verantwortlich | Auftragnehmer / Installateur |
| Praktische Nutzung | Voraussetzung für Abnahme und Betrieb |
Erläuterung:
Die Fachunternehmererklärung (auch Errichtererklärung genannt) ist ein formaler Qualitätsnachweis, in dem der ausführende Betrieb schriftlich bestätigt, dass die errichtete Heizungs- bzw. Wärmeverteilanlage vertragsgemäß und nach den anerkannten Regeln der Technik ausgeführt wurde. Üblicherweise wird sie vom verantwortlichen Projektleiter oder Meister des Installationsunternehmens ausgestellt und unterschrieben. In der Erklärung beschreibt der Auftragnehmer kurz den Umfang der ausgeführten Arbeiten und verweist auf die zugrunde liegenden Planungsunterlagen (wie Pläne, Schemata, Leistungsverzeichnis). Außerdem werden die durchgeführten Prüfungen und Messungen dokumentiert – bei einer Heizungsanlage etwa das Protokoll der Druckprüfung, Ergebnisse des Probebetriebs oder Einstellprotokolle von Regelungen. Mit seiner Unterschrift bestätigt der Errichter, dass alle Komponenten fachgerecht installiert wurden und die Anlage gemäß den allgemein anerkannten Regeln der Technik in Betrieb genommen werden kann. Dabei verweist er auf die eingehaltenen Normen und Richtlinien (z. B. DIN-Vorschriften für Heizungsbau, Sicherheitsbestimmungen) und versichert die ordnungsgemäße Funktion des Gesamtsystems. Gemäß DIN 18380 (VOB/C) ist die Vorlage einer solchen Fachunternehmererklärung häufig Voraussetzung für die Abnahme von Heizungs- und Wärmeverteilungsanlagen. Für den Auftraggeber – und damit das Facility Management – bildet dieses Dokument eine maßgebliche Grundlage zur Qualitätskontrolle und Übergabe der Anlage. Erst durch die Fachunternehmererklärung kann die formelle technische Abnahme erfolgen, da sie den Nachweis liefert, dass die Installation zum Abnahmezeitpunkt mangelfrei und vertragsgerecht ist. In der anschließenden Gewährleistungsphase dient die Erklärung als Referenzdokument: Sollte es später zu Beanstandungen oder Schäden kommen, kann nachvollzogen werden, dass zum Zeitpunkt der Abnahme ein ordnungsgemäßer Zustand bestätigt war. Insgesamt erhöht die Fachunternehmererklärung die Rechtssicherheit für beide Seiten und ist ein fester Bestandteil der Betreiberdokumentation.
hydraulischen Abgleichs
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Nachweis hydraulischer Abgleich |
| Zweck & Scope | Sicherstellung einer energieeffizienten Wärmeverteilung |
| Relevante Regelwerke | DIN 18380; GEG |
| Kernelemente | • Einstellwerte |
| Verantwortlich | Auftragnehmer / Heizungsinstallateur |
| Praktische Nutzung | Gesetzlicher Nachweis, Optimierungsgrundlage |
Erläuterung:
Der hydraulische Abgleich ist bei modernen Warmwasser-Heizungsnetzen unverzichtbar, um eine gleichmäßige und effiziente Wärmeverteilung sicherzustellen. Gesetzlich ist er im Gebäudeenergiegesetz (GEG) vorgeschrieben – beispielsweise verlangt § 60c GEG bei bestimmten Gebäuden den Abgleich nach der Installation. Die Dokumentation des hydraulischen Abgleichs umfasst die Berechnungsgrundlagen und Einstellwerte aller relevanten Komponenten. Dazu gehören insbesondere die berechneten Durchflüsse bzw. Voreinstellwerte für jedes Strangregulierventil oder Thermostatventil, Kenndaten zu den Heizkreispumpen (Soll-Fördermengen, Differenzdrücke) sowie Aufstellungen der Heizlasten je Versorgungsbereich, die dem Abgleich zugrunde liegen. Häufig werden auch die Messprotokolle beigefügt, die während oder nach dem Einstellen erhoben wurden (z. B. Durchflussmessungen oder Temperaturdifferenzen an repräsentativen Heizflächen). Diese Nachweisunterlagen bestätigen, dass jede Verbraucherstrecke im Heizsystem exakt die erforderliche Wärmemenge erhält und keine Über- oder Unterversorgung stattfindet. Dadurch werden unnötiger Pumpenstromverbrauch und hydraulische Probleme (z. B. Geräusche, Ungleichverteilung) vermieden. Für das Facility Management dient die Dokumentation des hydraulischen Abgleichs einerseits als gesetzlicher Nachweis gegenüber Behörden oder Prüfern, dass die Anlage den energetischen Anforderungen des GEG entspricht. Andererseits bildet sie die Grundlage für künftige Optimierungen im Betrieb: Anhand der festgehaltenen Einstellwerte kann das FM-Personal oder ein Energiemanager nachvollziehen, mit welchen Parametern die Anlage ursprünglich abgeglichen wurde. Sollten im Betrieb Komfortprobleme oder Effizienzverluste auftreten, lässt sich auf Basis dieser Unterlagen gezielt nachjustieren. Insgesamt ist der hydraulische Abgleich ein zentraler Faktor für Energieeffizienz und Komfort, dessen lückenlose Dokumentation im Sinne der Betreiberverantwortung unabdingbar ist.
Analyse und Optimierungsberichte
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Analyse- und Optimierungsberichte |
| Zweck & Scope | Bewertung des Betriebs und Ableitung von Verbesserungen |
| Relevante Regelwerke | HOAI |
| Kernelemente | • Auswertung von Betriebsdaten |
| Verantwortlich | Technischer Planer TGA |
| Praktische Nutzung | Kontinuierliche Effizienzsteigerung im FM |
Erläuterung:
Nach der Inbetriebnahme – und auch im laufenden Betrieb – werden bei Wärmeverteilnetzen umfangreiche Datenerhebungen und Analysen durchgeführt, um den Anlagenbetrieb zu bewerten und Optimierungspotenziale zu erkennen. In solchen Berichten werden beispielsweise Messdaten über Temperaturen, Volumenströme und Energieverbräuche des Heiznetzes systematisch ausgewertet. Die Betriebsdaten der zentralen Komponenten (z. B. Kesselmodulation, Pumpenlaufzeiten, Vor- und Rücklauftemperaturen in verschiedenen Strängen) werden analysiert, um eventuelle Engpässe, Ineffizienzen oder unausgelastete Ressourcen zu identifizieren. Auch die Regelungseinstellungen und deren Wirksamkeit werden überprüft – etwa ob die Nachtabsenkungen wie geplant greifen und ob bestimmte Bereiche dauerhaft überversorgt werden. Aus den gewonnenen Erkenntnissen leitet der Fachplaner oder Energiemanager im Bericht konkrete Optimierungsvorschläge ab. Beispiele können sein: Anpassung der Pumpenkennlinien oder Regelstrategien, Optimierung der Vorlauftemperaturkurve, hydraulische Nachjustierungen oder Verbesserungen bei der Wärmedämmung und Steuerung. Solche Analysen sind häufig bereits Bestandteil der Abnahmeprüfung, um nachzuweisen, dass das System die geforderten Leistungswerte erreicht. Darüber hinaus werden sie im fortlaufenden Betrieb als regelmäßige Effizienz- und Betriebsberichte herangezogen. Im Facility Management dienen die Ergebnisse der Datenerfassung und -analyse sowohl der technischen Qualitätssicherung als auch dem Energiemanagement (z. B. im Rahmen eines ISO 50001 Energieaudits). Sie bilden die Grundlage, um den laufenden Anlagenbetrieb kontinuierlich zu überwachen und zu verbessern. Durch diese Berichte können Einsparpotenziale realisiert, die Betriebskosten gesenkt und zukünftige Erweiterungen oder Modernisierungen fundiert geplant werden.
Instandhaltungsunterlagen
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Wartungs- und Instandhaltungsdokumente |
| Zweck & Scope | Sicherstellung der dauerhaften Funktionsfähigkeit |
| Relevante Regelwerke | DIN EN 13460 |
| Kernelemente | • Wartungsintervalle |
| Verantwortlich | Hersteller / Betreiber / Dienstleister |
| Praktische Nutzung | Grundlage für Instandhaltungsplanung und Audits |
Erläuterung:
Unter Wartungs- und Instandhaltungsunterlagen versteht man die Gesamtheit der Dokumente, die für den ordnungsgemäßen langfristigen Betrieb der Heizungsanlage erforderlich sind. Dazu gehören insbesondere Wartungspläne mit definierten Intervallen für Inspektionen, Funktionsprüfungen und turnusmäßige Wartungen, detaillierte Wartungsanweisungen für einzelne Komponenten (basierend auf Herstellervorgaben), standardisierte Checklisten für wiederkehrende Prüfschritte sowie Formblätter zur Dokumentation der durchgeführten Wartungsarbeiten. Ebenso werden Zuständigkeiten festgelegt – z. B. welche Fachfirma oder interne Abteilung bestimmte Wartungsaufgaben übernimmt – und es wird auf einschlägige Vorschriften und Sicherheitsbestimmungen verwiesen (etwa die Betriebssicherheitsverordnung bei prüfpflichtigen Anlagenteilen oder arbeitsschutzrechtliche Vorgaben beim Umgang mit Heizkesseln). Ergänzend enthalten die Unterlagen auch die Betriebs- und Bedienungsanleitungen der eingesetzten Geräte sowie klare Hinweise für Vorgehensweisen im Störungs- oder Notfall. Gemäß DIN EN 13460 („Dokumentation für die Instandhaltung“) soll eine solche Dokumentation gewährleisten, dass alle relevanten Informationen zur Erhaltung der Funktionsfähigkeit der Anlage systematisch erfasst und fortlaufend aktualisiert werden. In der Praxis des Facility Managements bildet die Wartungsdokumentation einen Kernbestandteil der Betreiberakte. Für den Betreiber sind diese Unterlagen unerlässlich, um seinen Pflichten nachzukommen und die Langzeitverfügbarkeit und Sicherheit der Wärmeverteil-Infrastruktur zu garantieren. Sie dienen der Planung und Nachverfolgung präventiver Instandhaltungsmaßnahmen, damit Komponenten regelmäßig geprüft, gereinigt, nachjustiert oder ausgetauscht werden, bevor Funktionsstörungen auftreten. Darüber hinaus ermöglicht eine lückenlose Wartungsdokumentation ein vorausschauendes Condition Monitoring: Durch kontinuierliches Überwachen von Betriebsparametern (z. B. Temperaturen, Drücken, Effizienzwerten) können schleichende Verschleißtrends erkannt und Wartungsintervalle bei Bedarf angepasst werden. Nicht zuletzt sind vollständig geführte Wartungsunterlagen oft Voraussetzung für Zertifizierungen (z. B. ISO 9001 Qualitätsmanagement) und dienen im Auditfall als Nachweis, dass der Betreiber seiner Betreiberverantwortung gemäß Arbeitsschutzgesetz und BetrSichV ordnungsgemäß nachkommt.
Nutzerhandbuch – Heizungsanlagen
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Betriebs-/Benutzerhandbuch |
| Zweck & Scope | Sicherer und bestimmungsgemäßer Betrieb |
| Relevante Regelwerke | DIN 18380; VDI 6026-1 |
| Kernelemente | • Bedienung und Regelstrategien |
| Verantwortlich | Auftragnehmer / Installateur |
| Praktische Nutzung | Zentrale Arbeitsgrundlage im FM-Betrieb |
Erläuterung:
Zu jeder fertiggestellten Heizungs- und Wärmeverteilanlage gehört ein Betriebs- und Benutzerhandbuch, das vom Errichter gemäß VOB/C (DIN 18380) als Teil der Dokumentation an den Betreiber übergeben wird. Darin sind die Systemfunktionen der Heizungsanlage und ihrer Komponenten verständlich beschrieben – beispielsweise der Aufbau des Verteilnetzes, die Anordnung der Heizkreise und die Wirkungsweise von Regelventilen und Pumpen. Die Anleitung gibt zudem konkrete Hinweise zur Bedienung der Anlagenkomponenten (etwa zur Handhabung der Heizungsregelung, Bedienung von Pumpenschaltern oder Ablesen von Temperaturanzeigen), Anleitungen für einfache Wartungs- oder Kontrollaufgaben (z. B. Entlüften von Heizkörpern, Prüfen des Anlagendrucks) und zur Fehlersuche bei typischen Störungen (z. B. Bedeutung von Störmeldungen am Kesselsteuergerät). Alle relevanten Sicherheitshinweise sind ebenfalls enthalten – so wird z. B. vor heißen Oberflächen, Druckgefäßen oder dem unsachgemäßen Eingriff in Sicherheitseinrichtungen gewarnt. Darüber hinaus sind Notfallmaßnahmen beschrieben, etwa welche Schritte bei Ausfall des Wärmeerzeugers oder Leckagen einzuleiten sind, und es werden wichtige Kontaktadressen für Support aufgeführt (Service-Hotlines, zuständige Wartungsfirmen). Im Facility Management bildet dieses Handbuch die zentrale Grundlage für die Einweisung des Betriebspersonals. Es fließt in das übergeordnete Gebäude-Betriebshandbuch ein und dient als Basis für Schulungen, damit alle verantwortlichen Mitarbeiter die Heizungsanlage sicher und effizient betreiben können. Durch ein vollständiges und verständliches Betriebs- und Nutzerhandbuch lassen sich Fehlbedienungen vermeiden und die Anlageneffizienz im Alltag sicherstellen.
Dämm- und Brandschutzarbeiten TGA
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Brandschutz-/Dämmdokumentation |
| Zweck & Scope | Nachweis der fachgerechten brandschutztechnischen Ausführung |
| Relevante Regelwerke | DIN 18421 (VOB/C ATV) |
| Kernelemente | • Abschottungen |
| Verantwortlich | Ausführendes Unternehmen |
| Praktische Nutzung | Nachweis gegenüber Bauaufsicht und im Betrieb |
Erläuterung:
Diese Dokumentation hält fest, dass alle Brandschutz- und Dämmmaßnahmen an der technischen Ausrüstung ordnungsgemäß nach Vorschrift ausgeführt wurden. Insbesondere wird damit der fachgerechte Verschluss von Leitungsdurchführungen durch Brandabschnitte (Rohr- und Kabeldurchführungen) nachgewiesen. Das ausführende Unternehmen erstellt dazu Unterlagen, in denen jede eingesetzte Brandschutz-Abschottung (z. B. Brandschutzmanschette, Brandschotts, Dämmschichtbildner) mit Ort, Dimension, verwendetem zugelassenem System und Ausführungsdatum dokumentiert ist. Oft werden auch Fotodokumentationen der einzelnen Durchführungen beigefügt. Ebenso wird die Wärmedämmung der Rohrleitungen und Armaturen dokumentiert: Materialart und Dämmdicken werden aufgeführt, um die Einhaltung der energetischen Anforderungen (z. B. nach GEG bezüglich Mindestdämmstärken) und des Tauwasserschutzes zu belegen. Die DIN 18421 (VOB/C) verlangt eine lückenlose Dokumentation der Dämm- und Brandschutzarbeiten an TGA-Anlagen, sodass der Bauherr und die Bauaufsichtsbehörde nachvollziehen können, dass sämtliche brandschutztechnischen Auflagen erfüllt sind. Für das Facility Management sind diese Unterlagen wichtig, um gegenüber Behörden oder Sachverständigen den ordnungsgemäßen baulichen Brandschutz der Wärmeverteilanlage nachzuweisen – beispielsweise bei der Bauabnahme oder periodischen Prüfungen. Gleichzeitig dienen sie intern im Betrieb als Referenz: Bei späteren Umbauten oder Erweiterungen weiß man genau, wo sich bestehende Brandabschottungen befinden und welche Materialien genutzt wurden. Das erleichtert beispielsweise die fachgerechte Nachbelegung von Durchbrüchen oder die Instandhaltung der Brandschutzmaßnahmen. Insgesamt gewährleistet die Dokumentation der Dämm- und Brandschutzarbeiten, dass die Brandsicherheit und Energieeffizienz der Anlage dauerhaft sichergestellt und revisionssicher belegt sind.
Funktionsdiagramm
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Funktionsdiagramm / Prinzipschaltbild |
| Zweck & Scope | Darstellung des grundsätzlichen Aufbaus und Wirkprinzips des Wärmeverteilnetzes |
| Relevante Regelwerke | HOAI; VDI 6026-1 |
| Kernelemente | • Wärmeerzeuger und Verteilerstruktur |
| Verantwortlich | Technischer Planer TGA |
| Praktische Nutzung | Entscheidungs- und Abstimmungsgrundlage für weitere Planung |
Erläuterung:
Das Prinzipschaltbild ermöglicht dem Facility Management eine frühzeitige Bewertung der Systemlogik, Redundanzen und betrieblichen Anforderungen und dient als Grundlage für alle nachfolgenden Planungsstufen. Bereits in der Vorplanung (HOAI LPH 2) visualisiert es den grundsätzlichen Aufbau des Systems mit Wärmeerzeugern, Hauptleitungen und zentralen Komponenten. Dadurch kann das FM frühzeitig prüfen, ob das Konzept den Anforderungen des Gebäudebetriebs gerecht wird – beispielsweise ob ausreichende Redundanzen vorgesehen sind und wie Wartungsbereiche zugänglich sein werden. Gemäß HOAI-Grundleistungen und den Vorgaben der VDI 6026 ist ein solches Prinzipschema in dieser Phase als Planungsunterlage vorzusehen. Das Funktionsdiagramm dient zudem als Kommunikationsgrundlage zwischen Planer, Betreiber und weiteren Beteiligten, um Varianten zu vergleichen und eine fundierte Entscheidung für die Systemauslegung zu treffen. Eine solide Prinzipskizze im frühen Stadium trägt dazu bei, spätere Planungsänderungen und Betriebsrisiken zu minimieren.
Entwurfsplanung (LPH 3)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Funktions- und Strangschema |
| Zweck & Scope | Detaillierte Darstellung der Wärmeverteilung und Strangstruktur |
| Relevante Regelwerke | HOAI; VDI 6026-1 |
| Kernelemente | • Heizkreise und Stränge |
| Verantwortlich | Technischer Planer TGA |
| Praktische Nutzung | Grundlage für Auslegung, Kosten und Schnittstellenklärung |
Erläuterung:
Dieses Schema bildet die funktionale Struktur des Netzes ab und ist für das FM wesentlich zur Beurteilung von Regelbarkeit, Wartungszugängen und Betriebskonzepten. In der Entwurfsplanung (HOAI LPH 3) stellt das Funktions- und Strangschema das Wärmeverteilnetz bereits detaillierter dar, inklusive aller Heizkreise, Stränge und relevanten Armaturen. Das Facility Management kann anhand dieses Schemas beurteilen, ob das System ausreichend regelbar ist und ob alle Bereiche des Netzes angemessen segmentiert sind (z.B. durch Absperrarmaturen für Wartungszwecke). Auch Wartungszugänglichkeiten – etwa Platz für Pumpen, Filter und Ventile – lassen sich hier erkennen und frühzeitig optimieren. Zudem fließen die Informationen aus dem Schema in die Kostenberechnung und technische Abstimmung mit anderen Gewerken ein. Für das FM bedeutet ein ausgereiftes Entwurfs-Schema, dass im späteren Betrieb eine effiziente Steuerung und einfache Instandhaltung möglich sind.
Strangschema – Ausführungsplanung (LPH 5)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Detailliertes Funktions- und Strangschema |
| Zweck & Scope | Konkretisierung für die technische Umsetzung |
| Relevante Regelwerke | HOAI; VDI 6026-1 |
| Kernelemente | • Exakte Zuordnung von Komponenten |
| Verantwortlich | Technischer Planer TGA |
| Praktische Nutzung | Referenz für Montage, Prüfung und Inbetriebnahme |
Erläuterung:
In der Ausführungsplanung (HOAI LPH 5) wird das Funktions- und Strangschema weiter verfeinert und konkretisiert. Es enthält nun die exakte Platzierung und Bezeichnung aller Komponenten, die hydraulische Verschaltung sowie ggf. alle Mess-, Steuer- und Regelelemente (MSR) im Wärmeverteilnetz. Dieses detaillierte Schema dient den ausführenden Firmen als verbindliche Grundlage für die Montage und später die Inbetriebnahme. Aus FM-Sicht ist es entscheidend, dass im Ausführungs-Schema sämtliche für den Betrieb relevanten Details berücksichtigt sind – beispielsweise Entlüftungen an Hochpunkten, Entleerungen an Tiefpunkten sowie redundante Pumpen oder Bypass-Leitungen für den Notfallbetrieb. Das FM kann anhand dieser Unterlage prüfen, ob die geplante Anlage im Alltag wartungsfreundlich und sicher betrieben werden kann, da alle Einbauten und Schnittstellen deutlich ersichtlich sind. Bei der technischen Abnahme wird das Ausführungs-Funktionsschema als Referenz herangezogen, um sicherzustellen, dass die Anlage gemäß Planung umgesetzt wurde.
Strangschema
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Abgestimmtes Funktions- und Strangschema |
| Zweck & Scope | Abbildung der vergebenen technischen Lösung |
| Relevante Regelwerke | HOAI; DIN 18379; DIN 18381 |
| Kernelemente | • Finaler Systemaufbau |
| Verantwortlich | Technischer Planer TGA |
| Praktische Nutzung | Vertrags- und Abnahmegrundlage |
Erläuterung:
In der Ausschreibungs- und Vergabephase (HOAI LPH 7) wird nach Auftragsvergabe ein abgestimmtes Funktions- und Strangschema erstellt, das die letztlich beauftragte technische Lösung widerspiegelt. Hier werden eventuelle Änderungen oder herstellerspezifische Details, die sich aus dem Vergabeverfahren ergeben haben, eingearbeitet. Das Ergebnis ist ein finales Schema, das als Vertragsbestandteil für die Bauausführung dient. Für das Facility Management bedeutet dieses Dokument Transparenz darüber, welche Ausrüstung (z.B. Fabrikate von Pumpen oder Ventilen) tatsächlich zur Umsetzung kommt. Es erlaubt einen Abgleich zwischen der ursprünglichen Planung und der beauftragten Ausführung, sodass Abweichungen früh erkannt und hinsichtlich Betriebs- oder Wartungsauswirkungen bewertet werden können. Gleichzeitig dient das abgestimmte Schema als Grundlage für die spätere Abnahme: Es definiert, was der Auftragnehmer schuldet, und bildet die Referenz für Prüfungen und Funktionskontrollen vor Inbetriebnahme.
Ausführungsstand (LPH 8)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Revisions-Funktions- und Strangschema |
| Zweck & Scope | Dokumentation des tatsächlich ausgeführten Zustands |
| Relevante Regelwerke | DIN 18380; VDI 6026-1 |
| Kernelemente | • Ist-Zustand der Wärmeverteilung |
| Verantwortlich | Auftragnehmer / Installateur |
| Praktische Nutzung | Zentrales Betriebs- und Prüfungsdokument |
Erläuterung:
In Leistungsphase 8 (Bauausführung und Inbetriebnahme) wird das Revisions-Funktions- und Strangschema erstellt, das den tatsächlich ausgeführten Zustand des Wärmeverteilnetzes dokumentiert. Dieses Schema (oft auch „As-built“-Schema genannt) beinhaltet alle während der Bauausführung vorgenommenen Änderungen oder Anpassungen gegenüber der Planung. Für das Facility Management ist das Revisionsschema ein zentrales Betriebsdokument: Es zeigt den Ist-Zustand der Anlage inklusive aller Komponenten, Leitungsführungen und Einstellungen, wie sie nach Fertigstellung vorliegen. Bei Störungen oder Wartungsarbeiten bildet es die verlässliche Grundlage, um schnell die relevanten Anlagenteile zu identifizieren (z.B. um einen betroffenen Strang abzusperren oder ein bestimmtes Ventil zu lokalisieren). Zudem verlangen die technischen Vertragsbedingungen (VOB/C), dass der Auftragnehmer eine vollständige Anlagendokumentation inklusive Revisionsunterlagen übergibt – das Revisionsschema ist dabei essenziell für den Nachweis einer ordnungsgemäßen Ausführung. Nur mit einem aktuellen, gepflegten Revisionsschema kann das Facility Management langfristig einen sicheren und optimierten Betrieb gewährleisten. Auch bei Umbauten oder Erweiterungen dient es als Planungsgrundlage, da es alle bestehenden Verhältnisse und sicherheitsrelevanten Einrichtungen (z.B. Sicherheitsventile, Absperreinrichtungen) eindeutig ausweist.
Gebrauchsanweisungen
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Gebrauchsanweisungen |
| Zweck & Scope | Sicherer und bestimmungsgemäßer Einsatz der eingesetzten Produkte |
| Relevante Regelwerke | ProdSG |
| Kernelemente | • Bedien- und Sicherheitshinweise |
| Verantwortlich | Hersteller / Inverkehrbringer |
| Praktische Nutzung | Grundlage für Betrieb und Unterweisung |
Erläuterung:
Die Gebrauchsanweisungen sind verbindlich und unterstützen das FM bei der sicheren Bedienung und Haftungsabsicherung. Gebrauchsanweisungen (Bedienungsanleitungen) aller eingesetzten Geräte und Komponenten sind fester Bestandteil der Anlagendokumentation. Sie werden vom Hersteller gemäß Produktsicherheitsgesetz (ProdSG) zur Verfügung gestellt und enthalten detaillierte Angaben zur sicheren Inbetriebnahme, Bedienung, Wartung und Störungsbehebung der jeweiligen Produkte. Für das Facility Management sind diese Anleitungen unverzichtbar, um den Betrieb der Anlagen gemäß den Vorgaben des Herstellers zu gestalten – dies betrifft sowohl die Schulung des Bedienpersonals als auch die Einhaltung von Wartungsintervallen und Sicherheitsmaßnahmen. Durch das Befolgen der Gebrauchsanweisungen wird nicht nur ein sicherer und effizienter Anlagenbetrieb gewährleistet, sondern auch die Haftung im Schadensfall minimiert. Im Falle eines Zwischenfalls kann der Betreiber so nachweisen, die Anlage entsprechend den Herstellerempfehlungen betrieben und gewartet zu haben, was im Sinne der Betreiberverantwortung entscheidend ist.
Schnittstellenmatrix
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Gewerke- und Schnittstellenmatrix |
| Zweck & Scope | Klärung technischer und organisatorischer Schnittstellen |
| Relevante Regelwerke | VDI 6039 |
| Kernelemente | • Schnittstellen zu MSR, Elektrotechnik, Gebäudeleittechnik |
| Verantwortlich | Technischer Planer TGA |
| Praktische Nutzung | Vermeidung von Zuständigkeits- und Betriebsrisiken |
Erläuterung:
Gewerkeschnittstellen sind bei komplexen TGA-Projekten potenzielle Schwachpunkte – die Gewerke- und Schnittstellenmatrix schafft hier klare Verhältnisse. In dieser Matrix werden alle Berührungspunkte des Wärmeverteilnetzes mit anderen Gewerken (z.B. Mess-, Steuer- und Regeltechnik, Elektrotechnik, Gebäudeleittechnik, Sanitär) systematisch aufgelistet. Für jede Schnittstelle legt das Dokument fest, welche technischen Leistungen erforderlich sind und welche Partei (Planer, ausführende Firma oder Betreiber) dafür verantwortlich ist. So wird beispielsweise definiert, wer die Elektroanschlüsse für die Pumpen bereitstellt, wie die Heizungsregelung in die Gebäudeleittechnik eingebunden wird oder wer die Durchführungen durch Wände und Decken koordiniert. Durch diese klare Zuordnung von Zuständigkeiten werden Überschneidungen und Lücken vermieden – ein zentraler Aspekt, um Gewährleistungsfragen und Betriebsrisiken vorzubeugen. Aus Sicht des Facility Managements ist die Schnittstellenmatrix essenziell, um bereits in der Planungs- und Bauphase mögliche Reibungsverluste zu erkennen und sicherzustellen, dass im laufenden Betrieb keine Unklarheiten darüber bestehen, wer für welchen Anlagenteil oder Prozess verantwortlich ist.
Instandhaltungsplan
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Instandhaltungsplan |
| Zweck & Scope | Planung von Wartungs- und Prüfmaßnahmen |
| Relevante Regelwerke | DIN EN 13306; DIN EN 15331 |
| Kernelemente | • Wartungsintervalle |
| Verantwortlich | Instandhaltungsingenieur |
| Praktische Nutzung | Sicherstellung der Verfügbarkeit und Effizienz |
Erläuterung:
Der Instandhaltungsplan stellt das strategische Gerüst für die Wartung und Prüfung des Wärmeverteilnetzes dar. Gemäß DIN EN 13306 und DIN EN 15331 werden hier alle erforderlichen Instandhaltungsmaßnahmen erfasst und geplant, um die Anlage über den Lebenszyklus zuverlässig und effizient zu betreiben. Der Plan enthält sämtliche Komponenten des Wärmeverteilnetzes (z.B. Pumpen, Ventile, Ausdehnungsgefäße, Wärmetauscher) mit den jeweils vorgesehenen Wartungs- und Prüfaufgaben. Dabei werden Intervalle, Prüfumfänge und Verantwortlichkeiten festgelegt – typischerweise unter Berücksichtigung von Herstellerangaben, gesetzlichen Vorgaben (etwa Prüfpflichten für Sicherheitseinrichtungen) und betriebsinternen Standards. Durch einen umfassenden Instandhaltungsplan stellt das Facility Management sicher, dass vorbeugende Wartungen systematisch durchgeführt werden und ungeplante Ausfälle oder Effizienzverluste minimiert bleiben. Zudem dient der Plan als Grundlage für Ressourcenplanung und Budgetierung, da er den zeitlichen und sachlichen Umfang der Instandhaltungsleistungen transparent macht.
Wartungskalender
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Wartungsplan |
| Zweck & Scope | Terminliche Organisation der Instandhaltung |
| Relevante Regelwerke | DIN EN 13306 |
| Kernelemente | • Prüffristen |
| Verantwortlich | Instandhaltungsingenieur |
| Praktische Nutzung | Operatives Steuerungsinstrument im FM |
Erläuterung:
Der Wartungsplan bzw. Wartungskalender ist das operative Werkzeug, um die im Instandhaltungsplan definierten Maßnahmen zeitlich zu organisieren. Er übersetzt die vorgegebenen Intervalle in konkrete Termine und legt fest, wann welche Wartung oder Prüfung durchzuführen ist. In der Praxis wird häufig ein jährlicher Wartungskalender erstellt, der alle wiederkehrenden Aufgaben – z.B. monatliche Inspektionen der Pumpen, vierteljährliche Überprüfung der Regelventile, jährliche Sicherheitsinspektionen der Kesselanlage – mit festen Daten oder Zeiträumen auflistet. Auch saisonale Gegebenheiten werden berücksichtigt (etwa die Überholung von Komponenten in den Sommermonaten außerhalb der Heizperiode). Der Wartungskalender weist zudem den zuständigen Personenkreis oder Dienstleister für jede Aufgabe aus, sodass klar geregelt ist, wer die Durchführung übernimmt. Für das Facility Management bildet dieser Plan ein zentrales Steuerungsinstrument, um die fristgerechte Erledigung aller Wartungsarbeiten zu überwachen und die Anlagenverfügbarkeit hoch zu halten. Er ermöglicht einen schnellen Überblick über anstehende Arbeiten und stellt sicher, dass keine Maßnahme vergessen oder versäumt wird.
Wartungs
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Wartungsbericht |
| Zweck & Scope | Nachweis durchgeführter Maßnahmen |
| Relevante Regelwerke | DIN EN 13306 |
| Kernelemente | • Prüfergebnisse |
| Verantwortlich | Instandhaltungsingenieur |
| Praktische Nutzung | Revisions- und Haftungsnachweis |
Erläuterung:
Jede durchgeführte Wartungs- und Instandhaltungsmaßnahme wird in Form eines Wartungs- bzw. Instandhaltungsberichts dokumentiert. Ein solcher Bericht enthält typischerweise Angaben zum Durchführungsdatum, zum Verantwortlichen (Techniker oder Firma), zu den ausgeführten Arbeiten, den vorgefundenen Anlagenzuständen sowie etwaigen festgestellten Mängeln und den ergriffenen Maßnahmen. Für das Facility Management dienen diese Berichte als Nachweis, dass alle vorgeschriebenen Prüfungen und Wartungen ordnungsgemäß durchgeführt wurden. Insbesondere im Hinblick auf die Betreiberpflichten und Haftung sind lückenlos geführte Wartungsdokumentationen unerlässlich – sie belegen im Ernstfall, dass der Betreiber seinen Verkehrssicherungspflichten nachgekommen ist. Darüber hinaus ermöglichen die gesammelten Wartungsberichte eine Auswertung der Anlagenhistorie: Wiederkehrende Störungen oder auffälliger Verschleiß werden erkennbar und können gezielt angegangen werden (z.B. durch Anpassung der Wartungsstrategie oder den Austausch von Komponenten). Insgesamt sind Wartungs- und Instandhaltungsberichte somit ein zentrales Element für einen prüffähigen, rechtssicheren und optimierten Betrieb des Wärmeverteilnetzes.
Inventarliste
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Inventarliste |
| Zweck & Scope | Vollständige Erfassung aller Komponenten des Wärmeverteilnetzes |
| Relevante Regelwerke | DIN EN 13306 |
| Kernelemente | • Rohrleitungen |
| Verantwortlich | Betreiber / Facility Manager |
| Praktische Nutzung | Asset-Management, Instandhaltungsplanung, Budgetierung |
Erläuterung:
Die Inventarliste umfasst sämtliche Anlagenteile des Wärmeverteilnetzes und hält deren wesentliche Daten (z.B. Typ, Baujahr, technische Kenndaten und Standort) fest. Sie bildet die Grundlage für das technische Asset- und Lebenszyklusmanagement, da nur bei vollständiger Übersicht aller Komponenten Wartungsintervalle, Prüfpflichten und Ersatzinvestitionen zielgerichtet geplant werden können. DIN EN 13306 definiert entsprechende Instandhaltungsbegriffe und unterstreicht die Notwendigkeit einer solchen strukturierten Anlagenübersicht. Eine aktuelle Inventarliste ermöglicht es dem Betreiber, den Zustand und Lebenszyklus jeder Komponente zu bewerten, Prioritäten für Instandsetzung oder Erneuerung zu setzen und eine vorausschauende Budgetplanung vorzunehmen. Darüber hinaus schafft sie Transparenz gegenüber Dritten (z.B. Prüfern oder Versicherern) und stellt sicher, dass bei Betreiberwechsel oder Audit alle wichtigen Informationen zum Wärmeverteilnetz lückenlos verfügbar sind.
Ergebnisse
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Aufgabenklärungsdokument |
| Zweck & Scope | Definition von Zielen, Randbedingungen und Leistungsumfang |
| Relevante Regelwerke | HOAI |
| Kernelemente | • Versorgungsanforderungen |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praktische Nutzung | Verbindliche Planungsbasis, Abstimmung mit Betreiber/Nutzer |
Erläuterung:
In der Aufgabenklärung werden sämtliche Anforderungen und Rahmenbedingungen für das Wärmeverteilnetz schriftlich fixiert. Dieses Dokument legt zum Beispiel fest, welche Wärmeleistung und Versorgungssicherheit erreicht werden muss, welche Temperatur- und Druckniveaus im Netz eingehalten werden sollen und wie die Schnittstellen zu Wärmeerzeugern, Übergabestationen oder Verbrauchern definiert sind. HOAI-konform wird bereits in der Leistungsphase 1 (Grundlagenermittlung) ein gemeinsames Verständnis zwischen Auftraggeber und Fachplaner hergestellt, sodass die Planung auf einer eindeutigen und abgestimmten Basis erfolgt. Das Aufgabenklärungsdokument dient somit als verbindliche Planungsgrundlage, die spätere Planungsentscheidungen leitet und Missverständnisse oder Planungsänderungen im Verlauf des Projekts minimiert. Durch die enge Abstimmung mit dem Betreiber und den Nutzern wird zudem sichergestellt, dass das entstehende Wärmeverteilnetz bedarfsgerecht, betriebssicher und wirtschaftlich konzipiert ist.
Kostenschätzung
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Kostenschätzung |
| Zweck & Scope | Erste Abschätzung der Investitionskosten |
| Relevante Regelwerke | HOAI |
| Kernelemente | • Vergleichswerte |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praktische Nutzung | Budgetrahmen, Projektentscheidung |
Erläuterung:
Die Kostenschätzung dient der ersten überschlägigen Abschätzung der Investitionskosten der Anlage in einer frühen Projektphase. Auf Basis von Vergleichswerten, definierten Kostenspannen und planerischen Annahmen gemäß HOAI schafft sie für das Facility Management einen belastbaren Budgetrahmen. Sie bildet damit eine wesentliche Grundlage für grundsätzliche Projektentscheidungen, Variantenbewertungen und die Freigabe der weiteren Planung.
Kostenberechnung im Planungsstand
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Kostenberechnung |
| Zweck & Scope | Detaillierte Kostenaufstellung |
| Relevante Regelwerke | HOAI |
| Kernelemente | • Mengen |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praktische Nutzung | Budgetfreigabe, Variantenvergleich |
Erläuterung:
Die Kostenberechnung stellt eine detaillierte und belastbare Aufstellung der Investitionskosten der Anlage dar und basiert auf konkretisierten Mengen, Einheitspreisen und einer systematischen Kostengliederung gemäß HOAI. Für das Facility Management dient sie als zentrale Grundlage für die Budgetfreigabe, den Vergleich technischer Varianten sowie für die weitere Kostensteuerung im Projektverlauf.
Kostenfeststellung
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Kostenfeststellung |
| Zweck & Scope | Dokumentation der Ist-Kosten nach Ausführung |
| Relevante Regelwerke | HOAI |
| Kernelemente | • Abrechnung |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praktische Nutzung | Kostencontrolling, Benchmarking |
Erläuterung:
Über alle Projektphasen hinweg sorgen diese Kostendokumente für eine transparente wirtschaftliche Nachvollziehbarkeit. Die Kostenschätzung wird in einer frühen Planungsphase (HOAI-Leistungsphase 2, Vorplanung) erstellt und liefert auf Basis von Vergleichswerten und Erfahrungsdaten eine erste grobe Orientierung der Investitionskosten (typischerweise mit einer Toleranz von ± 30%). Sie definiert einen vorläufigen Budgetrahmen und unterstützt die Grundsatzentscheidung für das Projekt. Die Kostenberechnung folgt in der Entwurfsplanung (HOAI-Leistungsphase 3) und beinhaltet eine detaillierte Aufstellung aller voraussichtlichen Kosten. Hierbei werden Mengenansätze und Einheitspreise nach Kostengruppen (gemäß DIN 276) präzisiert, sodass eine Genauigkeit von ca. ± 20% erreicht wird. Die Kostenberechnung dient als Grundlage für die Budgetfreigabe durch den Bauherrn und ermöglicht einen belastbaren Variantenvergleich verschiedener Ausführungsoptionen. Nach Fertigstellung des Wärmeverteilnetzes wird im Rahmen der Abrechnung die Kostenfeststellung vorgenommen (HOAI-Leistungsphase 8). Darin werden die tatsächlich angefallenen Ist-Kosten dokumentiert und den vorherigen Planwerten gegenübergestellt. Abweichungen werden analysiert und begründet (z.B. durch Mehrkosten wegen Planungsänderungen oder Einsparungen). Die Kostenfeststellung liefert wertvolle Erkenntnisse für das Kostencontrolling und bildet eine Grundlage für das Benchmarking bei künftigen Projekten. In Summe gewährleisten Kostenschätzung, -berechnung und -feststellung eine lückenlose Kostenkontrolle und -transparenz von der Planung bis zum Projektabschluss.
Verlegepläne
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Montage- und Verlegeplan |
| Zweck & Scope | Darstellung der Rohrleitungsführung und Montage |
| Relevante Regelwerke | DIN 18380 (VOB/C ATV) |
| Kernelemente | • Rohrdimensionen |
| Verantwortlich | Auftragnehmer / Heizungsinstallateur |
| Praktische Nutzung | Bauausführung, Bauüberwachung |
Erläuterung:
Montage- und Verlegepläne zeigen in ausführungsreifen Zeichnungen den genauen Verlauf aller Rohrleitungen des Wärmeverteilnetzes innerhalb des Gebäudes. Sie werden in der Regel vom ausführenden Heizungsinstallationsunternehmen erstellt und enthalten detaillierte Angaben zu Rohrdimensionen, Verlegewegen, Befestigungspunkten und Durchführungen. Dadurch wird eine fachgerechte und kollisionsfreie Ausführung sichergestellt: Alle Leitungen sind so geplant, dass sie ohne Konflikte mit anderen Gewerken (z.B. Elektro, Lüftung) installiert werden können. Gemäß VOB/C DIN 18380 ist der Auftragnehmer verpflichtet, derartige Ausführungspläne vorzulegen, welche vom Fachplaner TGA freigegeben werden müssen. In den Plänen sind auch konstruktive Details wie Dehnungsstücke, Fixpunkte oder Gefälle (falls nötig für Entlüftung) verzeichnet. Die Bauüberwachung nutzt diese Unterlagen, um die Qualität der Montage vor Ort zu prüfen und Abweichungen von der Planung frühzeitig zu erkennen. Nach Fertigstellung dienen die geprüften Montage- und Verlegepläne oft als Bestandszeichnungen (Revisionspläne), welche dem Betreiber für den laufenden Betrieb und zukünftige Umbauten oder Erweiterungen zur Verfügung stehen.
Schnittstellenpläne
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Anschluss- und Schnittstellenpläne |
| Zweck & Scope | Darstellung der Übergabepunkte zu Erzeugern und Verbrauchern |
| Relevante Regelwerke | HOAI |
| Kernelemente | • Übergabestellen |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praktische Nutzung | Inbetriebnahme, Betrieb, Fehlersuche |
Erläuterung:
Anschluss- und Schnittstellenpläne stellen übersichtlich dar, wo und wie das Wärmeverteilnetz mit anderen Systemen verbunden ist. Dies umfasst zum einen die Anbindung an die Wärmeerzeuger (z.B. Heizkessel, Fernwärmestation oder Wärmepumpe) und zum anderen die Schnittstellen zu den Wärmeverbrauchern im Gebäude (z.B. Übergabe an Heizzonen, Lüftungsanlagen mit Heizregister, Warmwasserspeicher). In diesen Plänen werden alle Übergabestellen, Absperr- und Regelventile sowie Mess- und Fühlerpositionen klar gekennzeichnet. Der Fachplaner TGA erstellt die Schnittstellenplanung im Zuge der Ausführungsplanung (HOAI-Leistungsphase 5), um sicherzustellen, dass Zuständigkeiten und Schnittstellenabgrenzungen eindeutig definiert sind. So wird beispielsweise ersichtlich, welcher Anlagenteil vom Wärmeversorger gestellt wird und wo die Verantwortung des betreibereigenen Netzes beginnt. Für die Inbetriebnahme sind diese Unterlagen essenziell: Sie ermöglichen es, alle Teilanlagen (Erzeuger – Verteilung – Verbraucher) korrekt aufeinander abzustimmen und etwaige Regelabweichungen oder Druckprobleme an den Übergabepunkten gezielt zu identifizieren. Im laufenden Betrieb helfen Schnittstellenpläne dem Facility Management bei der Fehlersuche, da Störungen schnell einem bestimmten Anlagensegment zugeordnet werden können. Zudem unterstützen sie bei späteren Erweiterungen oder Anpassungen der Anlage, indem sie aufzeigen, wo Kapazitätsreserven bestehen oder zusätzliche Verbraucher angeschlossen werden können, ohne das System zu überlasten.
Statiknachweise (Dämm- und Brandschutzarbeiten)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Bauphysikalischer / statischer Nachweis |
| Zweck & Scope | Sicherstellung von Tragfähigkeit, Wärme- und Brandschutz |
| Relevante Regelwerke | DIN 18421 (VOB/C ATV) |
| Kernelemente | • Dämmstärken |
| Verantwortlich | Ausführendes Unternehmen |
| Praktische Nutzung | Abnahme, Bauaufsicht, Betriebssicherheit |
Erläuterung:
Für das Wärmeverteilnetz müssen umfangreiche bauphysikalische und statische Nachweise erbracht werden, insbesondere im Bereich Dämmung und Brandschutz. Das ausführende Unternehmen dokumentiert hierbei, dass alle eingesetzten Dämmmaterialien und -stärken den Anforderungen an die Wärmeisolierung genügen. Gemäß Gebäudeenergiegesetz (GEG) und den technischen Regeln (u.a. DIN 4140 und VDI 2055) sind Wärmeverteilungsleitungen gegen Wärmeverluste zu dämmen; der Nachweis legt dar, dass die verbauten Dämmschichten die berechneten U-Werte bzw. Mindestdicken erfüllen. Zudem wird bestätigt, dass die Oberflächentemperaturen der gedämmten Leitungen im zulässigen Bereich liegen (wichtig etwa zum Personenschutz bei heißen Oberflächen). Im Bereich Brandschutz dokumentiert der Nachweis alle Brandabschottungen an Wand- und Deckendurchführungen. Hierzu gehören Zulassungen der eingesetzten Abschottungssysteme (z.B. Brandschutzmanschetten, Brandschutzschaum) und die Bestätigung, dass die Leitungsdurchführungen den Feuerwiderstandsklassen der jeweiligen Bauteile entsprechen (gemäß Landesbauordnung und Leitungsanlagen-Richtlinie). DIN 18421 (ATV für Dämm- und Brandschutzarbeiten) fordert solche Dokumentationen als Bestandteil der Werkleistung. Der statische Nachweis umfasst die Tragfähigkeitsberechnung für Rohrhalterungen und Aufhängungen: Es wird überprüft, dass Decken, Wände oder Träger die zusätzliche Last der gefüllten Rohrleitungen dauerhaft sicher tragen können und dass Befestigungen und Konsolen ausreichend dimensioniert sind. Auch die Auswirkungen von Längenänderungen (Wärmeausdehnung) auf die Konstruktion werden berücksichtigt, um Spannungen und Schäden zu vermeiden. Diese Nachweisdokumente sind zur Abnahme durch die Bauleitung und ggf. die Bauaufsichtsbehörde vorzulegen. Sie gewährleisten die Betriebssicherheit des Netzes, indem sie bestätigen, dass weder Brandgefahr noch strukturelle Risiken vom installierten Wärmeverteilnetz ausgehen. Für den Gebäudebetrieb sind die Unterlagen ebenfalls wichtig: Bei Wartungen oder Umbauten kann anhand der Nachweise nachvollzogen werden, welche Materialien und Systeme verwendet wurden, um im Sinne der Sicherheit und Effizienz konsistente Maßnahmen zu treffen.
Funktionsprüfungen
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Funktions- und Leistungsprotokolle |
| Zweck & Scope | Nachweis der ordnungsgemäßen Funktion |
| Relevante Regelwerke | HOAI |
| Kernelemente | • Druckprüfung |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praktische Nutzung | Abnahme, Betriebssicherheit, Audit |
Erläuterung:
Leistungs- und Funktionsprüfungen dienen dazu, die korrekte Betriebsweise und Leistungsfähigkeit des fertiggestellten Wärmeverteilnetzes nachzuweisen. Zunächst wird eine Druckprüfung durchgeführt: Dabei wird das Rohrnetz – gemäß VOB und technischen Regeln – mit einem Prüfdruck (häufig dem 1,3-fachen Betriebsdruck, z.B. 6 bar) über einen definierten Zeitraum beaufschlagt, um die Dichtheit aller Verbindungen sicherzustellen. Das Ergebnis wird in einem Protokoll festgehalten (kein Druckabfall, keine Leckagen). Anschließend erfolgen Funktionsprüfungen im realen Betrieb: Hierbei wird kontrolliert, ob die Temperaturverteilung im gesamten Netz den Vorgaben entspricht (z.B. ob an allen Entnahmestellen die Soll-Vorlauftemperatur ankommt und die Rücklauftemperaturen wie geplant abgesenkt werden). Ebenso wird der Durchfluss in allen Strängen und Verbrauchern gemessen bzw. der hydraulische Abgleich überprüft, um sicherzustellen, dass jeder Bereich die benötigte Wärmemenge erhält. Die Funktionsprüfungen umfassen auch einen Test des Regelverhaltens: Thermostate, Fühler und Regelventile werden auf korrekte Funktion getestet (öffnen/schließen bei den vorgesehenen Temperaturen, keine oscillierenden Regelvorgänge). Außerdem wird auf ungewöhnliche Geräusche oder Vibrationen im Teillast- und Volllastbetrieb geachtet, um mögliche Betriebsprobleme (z.B. Kavitation in Pumpen oder Strömungsgeräusche) auszuschließen. All diese Prüfungen werden vom Fachplaner TGA veranlasst und begleitet (HOAI-Leistungsphase 8: Objektüberwachung und Inbetriebnahme) und in Prüfprotokollen dokumentiert. Für die Abnahme des Wärmeverteilnetzes sind die bestandenen Leistungsnachweise eine Voraussetzung – sie bestätigen dem Bauherrn, dass die Anlage vertragsgemäß funktioniert. Im laufenden Betrieb bilden die Ergebnisse einen Referenzwert für die Betriebssicherheit: Der Betreiber kann später bei Störungen oder Effizienzanalysen auf die ursprünglichen Messwerte zurückgreifen. Darüber hinaus sind die Prüfprotokolle wichtig für Audits (z.B. Energiemanagement nach ISO 50001 oder interne Qualitätsprüfungen) und für die Versicherung, da sie belegen, dass das System ordnungsgemäß in Betrieb genommen wurde.
Bestandsprotokoll
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Bestands- und Begehungsprotokoll |
| Zweck & Scope | Erfassung der baulichen und technischen Ist-Situation |
| Relevante Regelwerke | HOAI |
| Kernelemente | • Gebäudestruktur |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praktische Nutzung | Planungsgrundlage, Risikobewertung |
Erläuterung:
Das Objektbegehungs- und Bestandsprotokoll dokumentiert den tatsächlichen Zustand des Gebäudes und seiner technischen Anlagen im Hinblick auf das geplante Wärmeverteilnetz. Bevor mit der Detailplanung begonnen wird, führt der Fachplaner TGA eine gründliche Bestandsaufnahme vor Ort durch. Dabei werden die Gebäudestruktur (z.B. Anzahl der Stockwerke, Lage von Technikzentralen, verfügbare Schächte oder Durchbrüche) und die vorhandene Leitungsführung analysiert. Wenn bereits ein älteres Wärmeverteilnetz oder andere gebäudetechnische Installationen existieren, werden deren Verlauf, Dimensionen und Anschlussstellen festgehalten. Ebenso erhebt das Protokoll die Zugänglichkeit relevanter Bereiche: Können z.B. Rohrtrassen einfach erreicht werden, gibt es begehbare Kanäle oder eng begrenzte Deckenzwischenräume, müssen Zwischendecken oder Wände geöffnet werden? Sämtliche Beobachtungen – einschließlich eventueller baulicher Mängel oder Hindernisse (z.B. asbesthaltige Dämmungen, unzureichend dimensionierte Deckendurchbrüche, etc.) – werden schriftlich und mit Fotos festgehalten. Dieses Dokument ist eine wichtige Planungsgrundlage, da es dem Planungsteam ermöglicht, das neue Wärmeverteilnetz realistisch in die vorhandene Bausubstanz zu integrieren. Unvorhergesehene Überraschungen während der Bauausführung können so minimiert werden. Zudem dient das Bestandsprotokoll der Risikobewertung: Der Planer erkennt frühzeitig potenzielle Risiken oder besondere Anforderungen (etwa statische Verstärkungen bei Deckendurchbrüchen, Brandschutzauflagen bei Schachtbenutzung, etc.) und kann diese schon in der Planungsphase berücksichtigen. Im Rahmen der HOAI-Leistungsphasen 1 und 2 (Grundlagenermittlung und Vorplanung) zählt die Bestandsaufnahme zwar zu den Besonderen Leistungen, ist aber in der Praxis für Projekte im Bestand unverzichtbar. Für den Betreiber liefert das Protokoll einen transparenten Überblick über die vorhandene Infrastruktur und deren Zustand, was für strategische Entscheidungen (Sanierung vs. Neuerstellung von Leitungsabschnitten) hilfreich sein kann. Zusammengefasst gewährleistet das Objektbegehungs- und Bestandsprotokoll, dass Planung und spätere Ausführung auf fundiertem Wissen über den Ist-Zustand des Objekts basieren.
Planungskonzept
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Planungskonzept |
| Zweck & Scope | Grundlegende Festlegung des Wärmeverteilkonzepts |
| Relevante Regelwerke | HOAI |
| Kernelemente | • Systemtopologie (Ringleitung, Strangsystem) |
| Verantwortlich | Technischer Planer TGA |
| Praktische Nutzung | Basis für Ausführungsplanung, Betriebskonzept und FM-Strategie |
Erläuterung:
Das Planungskonzept definiert den technischen Rahmen der Wärmeverteilung und ermöglicht dem Facility Management eine frühzeitige Bewertung von Betriebssicherheit, Energieeffizienz und Wartungsaufwand. Es wird in einer frühen Planungsphase (z.B. HOAI-Leistungsphase 2 – Vorplanung) vom TGA-Fachplaner erstellt und enthält alle grundsätzlichen Entscheidungen über das Wärmeverteilnetz. Dazu gehören die Art des Netzes (etwa Ringleitungssystem versus verzweigtes Strangsystem), die geplanten Vor- und Rücklauftemperaturen sowie die erforderlichen Volumenströme für eine zuverlässige Versorgung aller Heizflächen. Auch Schnittstellen und Übergabepunkte (z.B. zu Übergabestationen oder nachgelagerten Heizkreisen) werden hierin festgelegt. Das Dokument dient dem FM als Grundlage, um frühzeitig die Auswirkungen auf den späteren Betrieb einschätzen zu können. So kann bereits vor der Ausführung geprüft werden, ob das Konzept im Hinblick auf Wartungsfreundlichkeit und langfristige Betriebskosten optimal gestaltet ist oder ob Anpassungen nötig sind.
Preisliste
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Preisliste |
| Zweck & Scope | Transparente Kostengrundlage für Leistungen und Komponenten |
| Relevante Regelwerke | HOAI |
| Kernelemente | • Einheitspreise |
| Verantwortlich | Technischer Planer TGA |
| Praktische Nutzung | Kostencontrolling, Nachtragsbewertung |
Erläuterung:
Im Rahmen der Planung und Ausschreibung wird gemäß HOAI eine detaillierte Preisliste erstellt, die sämtliche Leistungen und Komponenten des Wärmeverteilnetzes mit ihren Einheitspreisen enthält. Diese Liste (oft als Leistungsverzeichnis nach DIN 276 strukturiert) schafft eine transparente Kostengrundlage für Vergabeentscheidungen. Das Facility Management kann so bereits in der Bauphase sowie im laufenden Betrieb die Kosten überwachen, Angebote vergleichen und Nachtragsforderungen sachgerecht bewerten. Über den gesamten Lebenszyklus ermöglicht die Preisliste eine fundierte Wirtschaftlichkeitsbetrachtung, da klar ersichtlich ist, welche Kostenanteile auf einzelne Anlagenbereiche entfallen und wo eventuell Einsparpotenziale liegen.
Produktkennzeichnung
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Produktkennzeichnung |
| Zweck & Scope | Nachweis normgerechter Pumpenausführung |
| Relevante Regelwerke | DIN EN 809 |
| Kernelemente | • Typenschilddaten |
| Verantwortlich | Hersteller |
| Praktische Nutzung | Identifikation, Ersatzteil- und Wartungsmanagement |
Erläuterung:
Mithilfe der Produktkennzeichnung (z.B. dem Typenschild auf der Pumpe) kann jederzeit die genaue Spezifikation und Normgerechtigkeit der eingesetzten Pumpe nachvollzogen werden. Gemäß DIN EN 809 müssen Pumpen bestimmte Kenndaten tragen, darunter Hersteller, Typ, Förderleistung, Förderhöhe, Baujahr und gegebenenfalls eine CE-Kennzeichnung. Diese eindeutigen Informationen ermöglichen dem Facility Management eine verlässliche Identifikation der Pumpe im Bestand. Im Wartungs- oder Störungsfall kann so gezielt auf die richtigen Ersatzteile und technischen Unterlagen (Betriebsanleitungen, Wartungsvorgaben) zugegriffen werden. Zudem stellt die normgerechte Kennzeichnung sicher, dass nur zugelassene und sichere Pumpen im System verbaut sind, was die Betriebssicherheit erhöht und die Einhaltung der technischen Vorschriften belegt.
Abgasmessbericht
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Abgasmessbericht |
| Zweck & Scope | Nachweis ordnungsgemäßer Verbrennung |
| Relevante Regelwerke | DIN 18380 (VOB/C ATV) |
| Kernelemente | • Messwerte |
| Verantwortlich | Auftragnehmer / Heizungsfachbetrieb |
| Praktische Nutzung | Abnahme- und Betriebsnachweis |
Erläuterung:
Nach der Inbetriebnahme einer Heizungsanlage schreibt die VOB Teil C (DIN 18380) eine Abgasanalyse vor, um die einwandfreie Verbrennung und die Einhaltung von Emissionsgrenzwerten sicherzustellen. Der Abgasmessbericht dokumentiert die gemessenen Abgaswerte (z.B. CO- und CO₂-Gehalt, Abgastemperatur, Wirkungsgrad) und bewertet sie im Hinblick auf die geltenden Vorgaben. Für das Facility Management ist dieser Bericht ein wichtiger Nachweis, dass die Wärmeerzeuger korrekt eingestellt sind und sicher sowie effizient arbeiten. Er dient zudem als Referenz für spätere Überprüfungen im Betrieb (beispielsweise durch den Schornsteinfeger im Rahmen wiederkehrender Emissionsmessungen) und unterstützt die Einhaltung gesetzlicher Überwachungspflichten. Durch den Abgasmessbericht kann das FM frühzeitig erkennen, ob Optimierungsbedarf besteht oder ob Wartungsmaßnahmen zur Emissionsminderung erforderlich sind.
Mängelbeseitigung aus der Abnahme
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Mängelbeseitigungsprotokoll |
| Zweck & Scope | Nachweis der vollständigen Mängelbeseitigung |
| Relevante Regelwerke | HOAI |
| Kernelemente | • Mängelliste |
| Verantwortlich | Technischer Planer TGA (Koordination) |
| Praktische Nutzung | Voraussetzung für Schlussabnahme und Betriebsübergang |
Erläuterung:
festgehalten, für deren Beseitigung der Auftragnehmer verantwortlich ist. Das Mängelbeseitigungsprotokoll dokumentiert die vollständige Abarbeitung dieser Mängelliste: Es listet jeden festgestellten Mangel, die zu seiner Beseitigung durchgeführten Maßnahmen, die verantwortlichen Personen/Firmen sowie die Termine der Nacharbeit. Damit wird nachvollziehbar festgehalten, dass alle während der Abnahme festgestellten Fehler ordnungsgemäß korrigiert wurden. Für das Facility Management ist dieses Dokument von hoher Bedeutung, da es die Trennlinie zwischen Gewährleistungsfällen und Betreiberverantwortung markiert. Sobald alle Abnahmemängel beseitigt und protokolliert sind, geht die Anlage in den regulären Betrieb über. Ab diesem Zeitpunkt obliegt die Instandhaltung dem Betreiber, während verbleibende Gewährleistungsansprüche innerhalb der Verjährungsfrist beim Errichter geltend zu machen sind. Das Protokoll bietet somit eine rechtliche Absicherung und dokumentiert den mängelfreien Zustand der Anlage zum Start des FM-Betriebs.
Druckprüfbericht
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Druckprüfbericht |
| Zweck & Scope | Nachweis der Dichtheit und Festigkeit |
| Relevante Regelwerke | DIN 18380; BTGA-Regel 3.002 |
| Kernelemente | • Prüfdruck |
| Verantwortlich | Auftragnehmer / Installateur |
| Praktische Nutzung | Abnahme- und Sicherheitsnachweis |
Erläuterung:
Vor der Inbetriebnahme eines Wärmeverteilnetzes muss die Anlage einer Druckprüfung unterzogen werden, um Dichtheit und Festigkeit aller Leitungen und Verbindungen sicherzustellen. Über diese Prüfung wird gemäß DIN 18380 ein Protokoll erstellt, das alle relevanten Daten aufführt: den Prüfdruck (typischerweise höher als der Betriebsdruck), die Prüfdauer, das verwendete Prüfmedium (Wasser, Druckluft o.Ä.) und das Ergebnis. Darin wird bestätigt, dass keine Leckagen oder bleibenden Verformungen an Bauteilen aufgetreten sind und dass die Anlage den vorgesehenen Belastungen standhält. Branchenspezifische Richtlinien wie das BTGA-Merkblatt 3.002 geben konkrete Verfahren und Grenzwerte für solche Prüfungen vor, um eine einheitliche und sichere Durchführung zu gewährleisten. Für die Abnahme ist der Druckprüfbericht obligatorisch; er dient dem FM als Sicherheitsnachweis dafür, dass das Verteilnetz ordnungsgemäß installiert wurde. Im laufenden Betrieb kann bei eventuellen Leckagen oder Schäden auf diesen Bericht zurückgegriffen werden, um die ursprüngliche Dichtheit und Belastbarkeit der Anlage zu belegen.
Einweisungsprotokoll
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Einweisungsprotokoll |
| Zweck & Scope | Nachweis der Unterweisung des Betriebspersonals |
| Relevante Regelwerke | DIN 18380 |
| Kernelemente | • Inhalte der Einweisung |
| Verantwortlich | Auftragnehmer / Installateur |
| Praktische Nutzung | Organisations- und Betreiberpflicht |
Erläuterung:
Nach Abschluss der Montage ist der Auftragnehmer verpflichtet, das Wartungs- und Bedienpersonal des Betreibers in die Heizungsanlage einzuweisen. Diese Unterweisung wird in einem Einweisungsprotokoll festgehalten, das Datum, Dauer, Inhalte der Schulung sowie die Namen der Teilnehmer dokumentiert. DIN 18380 verlangt ein solches Protokoll als Teil der Abnahmeunterlagen, um sicherzustellen, dass der Betreiber die Anlage sachgerecht bedienen und instand halten kann. Für das Facility Management ist das Protokoll ein wichtiger Nachweis der Betreiberqualifikation: Es belegt, dass das Personal über die Funktionsweise, die Sicherheitsvorkehrungen und die Wartungserfordernisse der Anlage informiert wurde. Damit ist die Grundlage für einen sicheren und bestimmungsgemäßen Betrieb gelegt und einer möglichen Haftung bei Bedienfehlern vorgebeugt.
Elektrische Anlagen und Betriebsmittel
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Prüfbuch |
| Zweck & Scope | Nachweis wiederkehrender Prüfungen |
| Relevante Regelwerke | DGUV Vorschrift 3 |
| Kernelemente | • Prüffristen |
| Verantwortlich | Betreiber / Facility Management |
| Praktische Nutzung | Nachweis gegenüber Berufsgenossenschaften |
Erläuterung:
Elektrische Anlagen und Geräte im Gebäude unterliegen regelmäßigen Sicherheitsprüfungen gemäß DGUV Vorschrift 3 (ehemals BGV A3). Alle Ergebnisse dieser wiederkehrenden Prüfungen werden im Prüfbuch dokumentiert. Ein solches Prüfbuch enthält Angaben zu den Prüfterminen, den gemessenen Werten (z.B. Isolationswiderstände, Auslösezeiten von Schutzschaltern) und der Beurteilung der Sicherheit jedes geprüften Geräts oder Anlagenteils. Das Facility Management führt dieses Dokument, um gegenüber Aufsichtsbehörden oder der Berufsgenossenschaft jederzeit die Einhaltung der Prüffristen und die ordnungsgemäße Wartung nachweisen zu können. Gleichzeitig dient das Prüfbuch intern als Planungs- und Steuerungsinstrument: Anstehende Prüfungen können daraus abgeleitet werden und erkannte Mängel lassen sich lückenlos verfolgen, bis sie behoben sind. Damit wird die arbeitsschutzrechtliche Compliance im laufenden Betrieb sichergestellt und das Risiko von Elektrounfällen auf ein Minimum reduziert.
Gesamt
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Raumbuch |
| Zweck & Scope | Raumbezogene Zuordnung der Anlagenteile |
| Relevante Regelwerke | VDI 6070-1; VDI 3810-2 / VDI 6023-3; VDI 6023-1; VDI-MT 3810-1 |
| Kernelemente | • Räume und Nutzungen |
| Verantwortlich | Eigentümer / Fachplaner TGA |
| Praktische Nutzung | Betrieb, Wartung, Umbauten |
Erläuterung:
Das Raumbuch (gesamt) stellt eine strukturierte, raumbezogene Zuordnung aller Anlagenteile der Videoüberwachungsanlage zu den jeweiligen Räumen und Nutzungen dar. Auf Grundlage der VDI 6070-1, VDI 3810-2 / VDI 6023-3, VDI 6023-1 sowie VDI-MT 3810-1 dient es dem Facility Management als zentrale Bestands- und Arbeitsgrundlage für den sicheren Betrieb, die Planung und Durchführung von Wartungsmaßnahmen sowie für Umbauten, Nutzungsänderungen und Anpassungen der Anlagentechnik im Gebäude.
Technischer Teil (LPH 2 Vorplanung)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Technisches Raumbuch |
| Zweck & Scope | Vorläufige Definition technischer Anforderungen |
| Relevante Regelwerke | HOAI; DIN 1988-200 |
| Kernelemente | • Platz- und Medienbedarfe |
| Verantwortlich | Technischer Planer TGA |
| Praktische Nutzung | Grundlage für Kostenschätzung und Planung |
Erläuterung:
Das technische Raumbuch der Leistungsphase 2 (Vorplanung) dient der vorläufigen Definition der technischen Anforderungen der Anlage auf Raumbasis. Auf Grundlage der HOAI und DIN 1988-200 werden Platz- und Medienbedarfe sowie die relevanten Schnittstellen zu angrenzenden Gewerken beschrieben. Für das Facility Management bildet dieses Dokument eine wesentliche Grundlage für die Kostenschätzung, die weitere planerische Konkretisierung und die frühzeitige Abstimmung technischer Rahmenbedingungen im Gebäude.
Technischer Teil (LPH 3 Entwurfsplanung)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Raumbuch (technischer Teil) |
| Zweck & Scope | Raumbezogene Festlegung der technischen Ausstattung des Wärmeverteilnetzes |
| Relevante Regelwerke | HOAI |
| Kernelemente | • Raumfunktionen und Nutzungen |
| Verantwortlich | Technischer Planer TGA |
| Praktische Nutzung | Grundlage für Ausführungsplanung, Betrieb und Umbauten |
Erläuterung:
Das technische Raumbuch dokumentiert für jeden Raum alle relevanten Informationen des Wärmeverteilnetzes und verknüpft so die geplante Anlagentechnik mit den Raumnutzungen. Aufgrund des hohen Detailgrads – bis hin zu definierten Raum-Solltemperaturen, berechneten Heizlasten und erforderlichen Heizflächengrößen – wird die Erstellung eines solchen Raumbuchs in der Praxis oft als besondere Planerleistung in den frühen HOAI-Leistungsphasen angesehen. Für das Facility Management entsteht dadurch ein vollständiges Verzeichnis, welche Heizflächen, Verteilereinrichtungen und Übergabepunkte in welchem Raum vorgesehen sind und welche Wartungs- oder Zugangsanforderungen jeweils zu beachten sind. Bereits in der Planungsphase dient das Raumbuch als abgestimmter Zielkatalog (ähnlich einem Pflichtenheft), an dem die Ausführung später gemessen wird. Bei der Abnahme und Inbetriebnahme kann so ein Soll-Ist-Abgleich erfolgen: Jeder Raum lässt sich überprüfen, ob die eingebaute Technik mit den im Raumbuch festgelegten Vorgaben übereinstimmt. Insgesamt schafft das technische Raumbuch Transparenz und Konsistenz über den gesamten Lebenszyklus. Es ist eine wertvolle Referenz für den laufenden Betrieb, da Instandhaltungsarbeiten gezielt geplant werden können (man erkennt z.B., wo ein bestimmtes Ventil sitzt und welcher Raum davon versorgt wird), und es erleichtert spätere Anpassungen oder Umbauten, indem es die raumweise Verteilung der Anlagentechnik eindeutig dokumentiert.
Auditdokumente
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Auditdokumentation |
| Zweck & Scope | Überprüfung von Planung, Ausführung und Betrieb |
| Relevante Regelwerke | VDI 6026-1 |
| Kernelemente | • Prüfkriterien und Feststellungen |
| Verantwortlich | Unterschiedlich (Auditor, Betreiber, FM) |
| Praktische Nutzung | Vorbereitung interner/externer Audits |
Erläuterung:
Auditdokumente im Kontext eines Wärmeverteilnetzes umfassen strukturierte Unterlagen, die eine regelmäßige Überprüfung der Norm- und Regelkonformität von Planung, Bau und Betrieb ermöglichen. Dazu zählen beispielsweise Audit-Checklisten oder Prüfberichte, in denen anhand definierter Prüfkriterien die Anlage beurteilt wird. Festgestellte Abweichungen von Vorgaben werden darin dokumentiert und mit entsprechenden Maßnahmen zu deren Behebung versehen. Die Verantwortung für die Erstellung und Pflege dieser Dokumentation variiert: In frühen Phasen kann der Fachplaner oder ein externer Auditor beteiligt sein, während im laufenden Betrieb der Betreiber bzw. das FM-Team die regelmäßigen Audits initiiert und dokumentiert.
Für das Facility Management sind Auditdokumente ein zentrales Qualitätssicherungsinstrument. Intern dienen sie der Selbstkontrolle (z.B. im Rahmen von regelmäßigen internen Audits oder Begehungen), und extern bilden sie die Grundlage zur Vorbereitung auf offizielle Überprüfungen – etwa durch Behörden, Zertifizierer oder unabhängige Gutachter. Eine nach VDI 6026 aufgebaute Dokumentationsstruktur stellt sicher, dass alle erforderlichen Unterlagen geordnet vorliegen, was die Auditvorbereitung erheblich erleichtert. Durch lückenlose Auditdokumente kann der Betreiber jederzeit nachweisen, dass er seinen Überwachungs- und Sorgfaltspflichten nachkommt. Im Falle von Mängeln oder Unregelmäßigkeiten lässt sich anhand der Aufzeichnungen nachvollziehen, welche Korrekturmaßnahmen ergriffen wurden. Dies schafft Rechtssicherheit und Transparenz. Letztendlich unterstützen Auditdokumente das FM dabei, den Zustand und die Performance des Wärmeverteilnetzes kontinuierlich zu bewerten und zu verbessern – sie machen die Anlage auditierbar und helfen, Betriebsrisiken frühzeitig zu erkennen und zu adressieren.
Schadstoffberechnungen
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Emissionsberechnung |
| Zweck & Scope | Bewertung möglicher Emissionen aus dem Betrieb |
| Relevante Regelwerke | HOAI |
| Kernelemente | • Betriebsannahmen |
| Verantwortlich | Technischer Planer TGA |
| Praktische Nutzung | Genehmigungs- und Umweltbewertung |
Erläuterung:
Die Emissions- und Schadstoffberechnungen dienen der fachlichen Bewertung möglicher Emissionen, die aus dem Betrieb der Anlage entstehen können. Auf Grundlage der HOAI werden betriebliche Annahmen definiert und die daraus resultierenden Emissionen systematisch bewertet. Für das Facility Management stellen diese Berechnungen eine wichtige Grundlage für Genehmigungs- und Umweltbewertungen dar und unterstützen die rechtskonforme Planung, den Betrieb sowie die Kommunikation mit Behörden und Gutachtern.
Durchbruchpläne – Ausführungsplanung (LPH 5)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Schlitz- und Durchbruchpläne |
| Zweck & Scope | Abstimmung baulicher Eingriffe für Leitungsführungen |
| Relevante Regelwerke | HOAI |
| Kernelemente | • Lage und Abmessungen |
| Verantwortlich | Technischer Planer TGA |
| Praktische Nutzung | Ausführung und spätere Umbauten |
Erläuterung:
Die Schlitz- und Durchbruchpläne der Ausführungsplanung (LPH 5) legen die erforderlichen baulichen Eingriffe für die Leitungsführungen der Anlage verbindlich fest. Auf Grundlage der HOAI definieren sie Lage und Abmessungen der Schlitze und Durchbrüche und stellen die abgestimmte Koordination mit Baukonstruktion und Brandschutz sicher. Für das Facility Management bilden diese Pläne eine wesentliche Grundlage für die fachgerechte Ausführung sowie für die sichere, nachvollziehbare Planung späterer Umbauten oder Nachinstallationen im Bestand.
Schlitz- und Durchbruchpläne
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Abgestimmte Schlitz- und Durchbruchpläne |
| Zweck & Scope | Dokumentation der vergebenen Planung |
| Relevante Regelwerke | HOAI; DIN 18381; DIN 18379 |
| Kernelemente | • Finaler Umfang der Eingriffe |
| Verantwortlich | Technischer Planer TGA |
| Praktische Nutzung | Vertrags- und Leistungsabgrenzung |
Erläuterung:
Die abgestimmten Schlitz- und Durchbruchpläne im Status der Ausschreibungsergebnisse (LPH 7) dokumentieren den endgültig vergebenen Umfang der baulichen Eingriffe für die Installation der Anlage. Auf Grundlage der HOAI sowie der DIN 18381 und DIN 18379 stellen sie den verbindlichen Abgleich zwischen Planung und beauftragter Leistung dar. Für das Facility Management sind diese Pläne ein zentrales Referenzdokument zur klaren Vertrags- und Leistungsabgrenzung sowie zur Bewertung von Nachträgen, Abweichungen und späteren baulichen Anpassungen.
Schnittstellenkatalog
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Schnittstellenkatalog |
| Zweck & Scope | Definition technischer und organisatorischer Schnittstellen |
| Relevante Regelwerke | VDI 6039 |
| Kernelemente | • Schnittstellen zu Erzeugung, Regelung, MSR |
| Verantwortlich | Technischer Planer TGA |
| Praktische Nutzung | Vermeidung von Koordinations- und Betriebsrisiken |
Erläuterung:
Der Schnittstellenkatalog legt detailliert fest, wie die verschiedenen Teilbereiche des Wärmeversorgungssystems sowie die beteiligten Gewerke an ihren Berührungspunkten ineinandergreifen und voneinander abgegrenzt sind. Auf technischer Ebene werden darin alle relevanten Schnittstellen beschrieben – etwa die Übergabepunkte zwischen Wärmeerzeuger und Wärmeverteilnetz, inklusive Parameter wie Vorlauftemperaturen und Druck, oder die Schnittstelle zur Mess-, Steuer- und Regeltechnik (MSR), wo definiert wird, welche Sensoren und Aktoren vom Heizungsbauer und welche vom Gebäudeautomations-Anbieter gestellt werden. Ebenso können Übergänge zwischen Heizung und Lüftung (z.B. in Form von Wärmetauschern) oder zwischen Heizungsanlage und Elektroversorgung (Pumpenanschlüsse, Regelstromkreise) klar festgelegt sein. Ergänzend zu den technischen Details werden auf organisatorischer Ebene die Zuständigkeiten benannt: Wer trägt die Verantwortung für Betrieb und Wartung an der jeweiligen Schnittstelle? Beispielsweise kann festgelegt sein, dass bis zur Hausübergabestation der Fernwärmelieferant verantwortlich ist und ab dort der Gebäudebetreiber, oder dass die Regelungstechnik zwar vom MSR-Anbieter installiert wird, aber die Parametrierung gemeinsam mit dem Heizungsfachplaner erfolgt.
Ein solcher Schnittstellenkatalog wird idealerweise bereits in der Planungs- bzw. Inbetriebnahmephase (vgl. VDI 6039 Inbetriebnahmemanagement) erstellt und mit allen Beteiligten abgestimmt. Für das Facility Management ist er im späteren Betrieb ein zentraler Steuerungs- und Kommunikationsleitfaden. Durch die klare Dokumentation aller Schnittstellen weiß das FM im Störungs- oder Fehlerfall sofort, welcher Fachbereich oder Dienstleister zuständig ist – Überschneidungen oder Unklarheiten werden vermieden. Auch bei regelmäßigen Wartungsaufgaben verhindert der Schnittstellenkatalog, dass bestimmte Tätigkeiten unter den Tisch fallen (weil jeder sie dem anderen zuschiebt) oder doppelt ausgeführt werden. Kurz: Er minimiert Koordinations- und Betriebsrisiken, indem er Verantwortlichkeiten transparent macht. Zudem können durch Schnittstellen klar definierte Garantie- und Gewährleistungsbereiche festgelegt werden, was im Schadensfall die Abwicklung erleichtert. Insgesamt unterstützt der Schnittstellenkatalog den reibungslosen, effizienten Betrieb der Wärmeverteilanlage, da alle technischen Übergänge und organisatorischen Verantwortungen vorausschauend geregelt sind.
Spülprotokoll
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Spülprotokoll |
| Zweck & Scope | Nachweis der fachgerechten Reinigung des Rohrnetzes |
| Relevante Regelwerke | DIN 18380; BTGA-Regel 3.002 |
| Kernelemente | • Spülverfahren |
| Verantwortlich | Auftragnehmer / Installateur |
| Praktische Nutzung | Abnahme- und Haftungsnachweis |
Erläuterung:
Das Spülprotokoll für Heizungsanlagen dokumentiert die fachgerechte Reinigung des Rohrnetzes vor Inbetriebnahme und dient dem Nachweis, dass Verunreinigungen, Montage- und Produktionsrückstände vollständig entfernt wurden. Auf Grundlage der DIN 18380 sowie der BTGA-Regel 3.002 werden das angewendete Spülverfahren, die eingesetzten Spülmedien und die erzielten Ergebnisse nachvollziehbar festgehalten. Für das Facility Management stellt das Spülprotokoll einen wesentlichen Abnahme- und Haftungsnachweis dar und bildet die Grundlage für einen störungsfreien, effizienten und langlebigen Anlagenbetrieb.
Schaltpläne
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Stromlauf-/Schaltpläne |
| Zweck & Scope | Darstellung der geplanten Regel- und Steuerungstechnik |
| Relevante Regelwerke | HOAI |
| Kernelemente | • Regelkreise |
| Verantwortlich | Technischer Planer TGA |
| Praktische Nutzung | Planungs- und Prüfgrundlage |
Erläuterung:
Die Stromlauf- und Schaltpläne der Ausführungsplanung (LPH 5) stellen die geplante Regel- und Steuerungstechnik der Anlage detailliert dar. Auf Grundlage der HOAI zeigen sie die vorgesehenen Regelkreise sowie die eingesetzten Sensoren und Aktoren und bilden damit die verbindliche technische Grundlage für die Umsetzung. Für das Facility Management dienen diese Pläne als zentrale Planungs- und Prüfgrundlage, um die Funktionslogik der Regelung nachzuvollziehen, Prüfungen vorzubereiten und spätere Anpassungen oder Optimierungen der Steuerung sicher durchführen zu können.
Stromlauf
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Montage-Stromlaufpläne |
| Zweck & Scope | Konkretisierung für Installation und Inbetriebnahme |
| Relevante Regelwerke | DIN 18380 |
| Kernelemente | • Klemmen- und Anschlusspläne |
| Verantwortlich | Auftragnehmer / Installateur |
| Praktische Nutzung | Montage und Abnahme |
Erläuterung
Die Stromlauf- und Schaltpläne der Montageplanung (LPH 7+) konkretisieren die geplante Regel- und Steuerungstechnik bis auf die Ebene der tatsächlichen Installation und Inbetriebnahme. Auf Grundlage der DIN 18380 enthalten sie verbindliche Angaben zu Klemmen- und Anschlussplänen und stellen damit die maßgebliche Arbeitsunterlage für den ausführenden Installateur dar. Für das Facility Management sind diese Pläne eine wichtige Grundlage für die technische Abnahme, die Überprüfung der normgerechten Ausführung sowie für die nachvollziehbare Übergabe der Anlage in den Betrieb.
Übersichts-Stromlaufplan
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Übersichts-Stromlaufplan |
| Zweck & Scope | Gesamtüberblick über den ausgeführten Zustand |
| Relevante Regelwerke | DIN 18380; DIN EN 61082-1; VDI 6026-1 |
| Kernelemente | • Systemtopologie |
| Verantwortlich | Auftragnehmer / Installateur |
| Praktische Nutzung | Betrieb, Wartung und Störungsanalyse |
Erläuterung:
Der Übersichts-Stromlaufplan im Revisionsstand (LPH 8) stellt den tatsächlich ausgeführten Endzustand der Anlage in vereinfachter, zusammenhängender Form dar. Auf Grundlage der DIN 18380, DIN EN 61082-1 und VDI 6026-1 zeigt er die Systemtopologie sowie die wesentlichen Hauptkomponenten und deren funktionale Verknüpfung. Für das Facility Management ist dieser Plan ein zentrales Übersichts- und Orientierungsdokument, das den laufenden Betrieb, Wartungsarbeiten und eine schnelle Störungsanalyse wesentlich unterstützt.
Wärmeverteilnetze
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Unternehmererklärung (GEG) |
| Zweck & Scope | Nachweis der GEG-konformen Ausführung von Anlagenteilen |
| Relevante Regelwerke | Gebäudeenergiegesetz (GEG) |
| Kernelemente | • Bestätigung der normgerechten Ausführung |
| Verantwortlich | Bauunternehmen / Anlageninstallateur |
| Praktische Nutzung | Nachweis gegenüber Bauaufsicht, Energieaudits und Betreiber |
Erläuterung:
Die Unternehmererklärung ist ein zentraler energie- und bauordnungsrechtlicher Nachweis. Sie wird gemäß Gebäudeenergiegesetz (§ 96 GEG) nach Abschluss bestimmter Arbeiten (z.B. Dämmung von Wärmeverteilleitungen) vom ausführenden Fachunternehmen ausgestellt und bestätigt, dass die geänderten oder eingebauten Anlagenteile den gesetzlichen Vorgaben entsprechen. Eine solche Erklärung ist vom Eigentümer mindestens zehn Jahre aufzubewahren und auf Verlangen der zuständigen Behörde vorzulegen. Unterbleibt die Ausstellung, drohen rechtliche Konsequenzen (Bußgeld bis 5.000 €). Für das Facility Management sichert die Unternehmererklärung die Rechtskonformität der Wärmeverteilung und dient als Grundlage für spätere Prüfungen und energetische Bewertungen – etwa im Rahmen von Energieausweisen, Audits oder Förderprogrammen.
Leistungsbeschreibungen – Technische Ausrüstung
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Ausschreibungsunterlagen / Leistungsverzeichnis |
| Zweck & Scope | Eindeutige Beschreibung der zu vergebenden Leistungen |
| Relevante Regelwerke | HOAI; VOB/A 2019 |
| Kernelemente | • Leistungspositionen |
| Verantwortlich | Technischer Planer TGA |
| Praktische Nutzung | Grundlage für rechtssichere Vergabe und Kostenkontrolle |
Erläuterung:
Präzise Ausschreibungsunterlagen (insbesondere das Leistungsverzeichnis) ermöglichen eine klare Leistungsabgrenzung und dienen als Basis für einen rechtssicheren Vertragsschluss. Alle erforderlichen Leistungen und technischen Spezifikationen werden darin eindeutig beschrieben, sodass Bieter vergleichbare Angebote abgeben können. Gemäß HOAI erstellt der TGA-Fachplaner diese Unterlagen, während die VOB/A eine detaillierte und produktneutrale Leistungsbeschreibung für eine faire Vergabe fordert. Für das Facility Management bedeutet dies: Gewährleistungsansprüche lassen sich eindeutig zuordnen, da jeder Leistungsumfang dokumentiert ist. Zudem können erwartete Betriebskosten bereits in der Ausschreibungsphase abgeschätzt werden, wenn etwa Effizienzkennwerte oder Wartungsanforderungen in den technischen Mindestanforderungen definiert sind. Nicht zuletzt verhindert eine vollständige Leistungsbeschreibung spätere Streitigkeiten über nicht erfasste Leistungen und schafft Kostentransparenz über den gesamten Lebenszyklus der Anlage.
Vergabevorschlag
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Vergabevorschlag |
| Zweck & Scope | Entscheidungsvorlage zur Auftragserteilung |
| Relevante Regelwerke | HOAI |
| Kernelemente | • Technisch-wirtschaftliche Angebotswertung |
| Verantwortlich | Technischer Planer TGA |
| Praktische Nutzung | Revisionssichere Vergabeentscheidung |
Erläuterung:
Der Vergabevorschlag dokumentiert die nachvollziehbare Auswahl des Auftragnehmers nach Auswertung aller Angebote. Er enthält in der Regel eine Übersicht der technischen und wirtschaftlichen Bewertung der Bieter (z.B. Punktebewertungen, Preis-Leistungsverhältnisse) und begründet die vorgeschlagene Vergabeentscheidung. Gemäß HOAI-Leistungsphase 7 ist der Fachplaner an der Mitwirkung bei der Vergabe beteiligt und erstellt diese Entscheidungsvorlage für den Bauherrn. Für das Facility Management ist der schriftliche Vergabevorschlag insofern relevant, als er die Vergabeentscheidung revisionssicher festhält und im Nachhinein nachvollziehbar macht. Treten später Leistungsabweichungen oder Gewährleistungsfälle auf, kann der Vergabevorschlag herangezogen werden, um zu prüfen, auf welcher Grundlage der Auftragnehmer ausgewählt wurde. Dieses Dokument schafft Transparenz und schützt bei etwaigen Vergaberechtsprüfungen oder internen Audits vor Haftungsrisiken.
Anweisungen zur Wartung
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Wartungsanweisungen |
| Zweck & Scope | Festlegung der ordnungsgemäßen Wartung und Pflege |
| Relevante Regelwerke | DIN 18380 (VOB/C); VDI 6026-1 |
| Kernelemente | • Wartungsintervalle |
| Verantwortlich | Auftragnehmer / Installateur |
| Praktische Nutzung | Grundlage für sicheren und normkonformen Betrieb |
Erläuterung:
Wartungsanweisungen für Heizungs- und Wärmeverteilanlagen beinhalten alle vorgeschriebenen Pflege- und Inspektionsmaßnahmen zur Sicherstellung des ordnungsgemäßen Betriebs. Sie werden in der Regel vom Hersteller der Anlagenkomponenten bereitgestellt und vom ausführenden Installationsbetrieb an den Betreiber übergeben. Darin festgelegt sind Wartungsintervalle (z.B. jährlich, vierteljährlich) und konkrete Schritte wie Filterwechsel, Funktionsprüfungen sicherheitsrelevanter Bauteile (z.B. Sicherheitsventile) oder Reinigungsarbeiten. Normativ ist die Übergabe solcher Dokumente in VOB/C (z.B. DIN 18380 für Heizanlagen) und der VDI 6026 vorgesehen, um dem Betreiber alle Informationen für den sicheren, effizienten Betrieb zu geben. Für das Facility Management bilden diese Anweisungen die operative Grundlage, um die Verfügbarkeit der Anlage zu gewährleisten und deren Lebensdauer zu maximieren. Werden die Wartungsvorgaben konsequent eingehalten, bleiben Effizienz und Garantieansprüche erhalten und die Betreiberpflichten (z.B. Prüfen von Sicherheitseinrichtungen) werden erfüllt.
VDMA 24186
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Instandhaltungsdokumentation |
| Zweck & Scope | Standardisierte Beschreibung aller Instandhaltungsleistungen |
| Relevante Regelwerke | VDMA 24186-0 |
| Kernelemente | • Wartungs-, Inspektions- und Instandsetzungsleistungen |
| Verantwortlich | Instandhaltungsingenieur |
| Praktische Nutzung | Vergleichbarkeit und Steuerung der Instandhaltung |
Erläuterung:
Die Instandhaltungsdokumentation nach VDMA 24186 liefert ein einheitliches Leistungsverzeichnis aller Wartungs- und Inspektionsaufgaben für gebäudetechnische Anlagen. In diesem standardisierten Katalog sind sämtliche Wartungs-, Inspektions- und Instandsetzungsleistungen für Gewerke wie Heizungsanlagen aufgeführt – jeweils mit definierten Intervallen und oft mit Richtzeiten oder Frequenzempfehlungen. Teil 0 der VDMA 24186-Reihe beschreibt die allgemeine Gliederung und Nummerierung, während die Folgeteile gewerkespezifische Listen (z.B. für Heizung, Lüftung, Sanitär etc.) enthalten. Für das Facility Management bedeutet die Nutzung dieser Standarddokumentation, dass kein Wartungspunkt übersehen wird und die Ausschreibung von Instandhaltungsleistungen auf einer vergleichbaren, anerkannten Grundlage erfolgt. Angebote von Wartungsfirmen lassen sich leichter vergleichen, wenn alle sich auf die VDMA-Positionen beziehen. Zudem erleichtert es die Steuerung und Kontrolle der Instandhaltung: Durch die vorgegebenen Leistungspunkte kann der FM überprüfen, ob alle erforderlichen Arbeiten durchgeführt wurden, und er hat eine transparente Basis für Kosten- und Ressourcenplanung. Die VDMA-24186-Instandhaltungsdokumentation ist daher ein bewährtes Werkzeug, um Wartungen strukturiert zu planen und die Anlagenverfügbarkeit langfristig zu sichern.
Organisation – Technische Ausrüstung
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Instandhaltungsplan |
| Zweck & Scope | Organisation der laufenden Instandhaltung |
| Relevante Regelwerke | HOAI |
| Kernelemente | • Wartungsstrategien |
| Verantwortlich | Technischer Planer TGA / Facility Management |
| Praktische Nutzung | Sicherstellung der Anlagenverfügbarkeit |
Erläuterung:
Der Instandhaltungsplan legt fest, wann und wie die einzelnen technischen Komponenten gewartet, geprüft und instandgesetzt werden. Darin werden die gewählte Wartungsstrategie (z.B. vorbeugende turnusmäßige Wartung vs. zustandsorientierte Maßnahmen), die Zuständigkeiten für jede Aufgabe (Eigenpersonal oder Servicefirma) sowie die notwendigen Ressourcen und Zeitfenster geplant. Häufig entsteht ein solcher Plan im Übergang von der Bau- in die Betriebsphase – mit Unterstützung des TGA-Planers oder direkt durch das Facility Management – und basiert auf den Wartungsanweisungen der Hersteller sowie den Vorgaben aus Verträgen und Regelwerken. Der Plan dient als zentrales Steuerungsinstrument im FM: Alle Wartungs- und Prüftermine (etwa für Sicherheitsventile, Druckbehälter oder andere prüfpflichtige Einrichtungen) sind darin dokumentiert, sodass keine Frist versäumt wird. Dadurch wird ein störungsfreier und effizienter Betrieb gewährleistet, ungeplante Ausfälle werden minimiert. Gleichzeitig kann der Betreiber mithilfe des Instandhaltungsplans die Erfüllung seiner Betreiberpflichten nachweisen, da alle durchgeführten und anstehenden Maßnahmen übersichtlich erfasst sind.
Prüfberichte – Heizungsanlagen
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Wasseranalyse / Prüfbericht |
| Zweck & Scope | Nachweis der Wasserqualität im Wärmeverteilnetz |
| Relevante Regelwerke | DIN 18380 (VOB/C) |
| Kernelemente | • pH-Wert, Leitfähigkeit, Härte |
| Verantwortlich | Auftragnehmer / Installateur |
| Praktische Nutzung | Grundlage für Korrosionsschutz und Gewährleistung |
Erläuterung:
Prüfberichte von Wasseranalysen belegen die chemische Qualität des Heizungswassers in einem Wärmeverteilnetz. Typische Kennwerte wie pH-Wert, elektrische Leitfähigkeit, Gesamthärte und ggf. Sauerstoffgehalt werden gemessen, um das Korrosions- und Verkalkungsrisiko beurteilen zu können. Bereits bei der Inbetriebnahme ist eine Wasseranalyse gemäß den anerkannten Regeln (z.B. DIN 18380 und VDI 2035) üblich, um sicherzustellen, dass das Füllwasser den Anforderungen entspricht. Falls notwendig, kann der Installateur so frühzeitig Wasseraufbereitungsmaßnahmen (etwa Entsalzung, Härtestabilisierung oder Inhibitoren) durchführen. Für das Facility Management sind diese Analysen ein wesentliches Instrument zur Sicherung der Anlagenlebensdauer: Nur mit einwandfreier Wasserqualität bleiben Kessel, Rohrleitungen und Wärmetauscher vor Schäden geschützt. Zudem dienen die dokumentierten Analysen als Beweis im Gewährleistungsfall, dass der Betreiber die Wasserqualität überwacht hat bzw. dass die Anlage vom Errichter mit korrektem Anlagenwasser übergeben wurde. Regelmäßige Wasserprüfungen ermöglichen es dem FM, Trends (z.B. ansteigende Härte oder pH-Wert-Verschiebungen) zu erkennen und gegenzusteuern, bevor kostenintensive Schäden auftreten.
Montagezeichnungen – Heizungsanlagen
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Werkstatt- / Montagezeichnungen |
| Zweck & Scope | Detaillierte Darstellung der werk- und montagegerechten Ausführung des Wärmeverteilnetzes |
| Relevante Regelwerke | DIN 18380 (VOB/C ATV) |
| Kernelemente | • Rohrleitungsführung und Dimensionen |
| Verantwortlich | Auftragnehmer / Heizungsinstallateur |
| Praktische Nutzung | Grundlage für Montage, Abnahme und spätere Instandhaltung |
Erläuterung:
Werkstatt- und Montagezeichnungen werden vom Auftragnehmer auf Grundlage der Ausführungsplanung erstellt und zeigen alle Details der tatsächlichen Umsetzung. Sie bilden den tatsächlichen Ausführungsstandard ab und sind für das Facility Management essenziell, um Wartungsarbeiten, Reparaturen und Umbauten fachgerecht und mit minimalem Risiko durchführen zu können.
In diesen Zeichnungen werden beispielsweise genaue Leitungsverläufe, Positionen von Armaturen und Anschlüssen sowie Montagehöhen und -abstände festgelegt, was auch eine gewerkeübergreifende Kollisionprüfung ermöglicht. Gemäß VOB/C (ATV DIN 18380) gehören solche Pläne zu den bei Abnahme zu übergebenden Unterlagen (z. B. als Anlagenschema), damit der Betreiber für den späteren Betrieb vollständige und normgerechte Unterlagen erhält. Für das FM bedeutet dies, dass sämtliche Komponenten und Leitungen nachvollziehbar dokumentiert sind – eine Voraussetzung, um Eingriffe in die Anlage sicher zu planen und die Betreiberpflichten (z. B. regelmäßige Prüfungen) rechtskonform zu erfüllen.
Technische Ausrüstung (Wärmeverteilnetz)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Wirtschaftlichkeitsnachweis |
| Zweck & Scope | Nachvollziehbare Begründung der Investitionsentscheidung |
| Relevante Regelwerke | HOAI |
| Kernelemente | • Investitions- und Betriebskosten |
| Verantwortlich | Technischer Planer TGA |
| Praktische Nutzung | Entscheidungsgrundlage für Bauherr und FM |
Erläuterung:
Ein Wirtschaftlichkeitsnachweis wird typischerweise bereits in frühen Planungsphasen (Vor- oder Entwurfsplanung) vom TGA-Fachplaner erstellt, um die Kosten-Nutzen-Betrachtung verschiedener Lösungsvarianten nachvollziehbar darzustellen. Er beinhaltet meist eine Gegenüberstellung von Investitionskosten und laufenden Betriebskosten (z. B. Energieverbrauch, Wartung) sowie einen Variantenvergleich (z. B. unterschiedliche Wärmequellen oder Verteilkonzepte) und bewertet diese im Hinblick auf Wirtschaftlichkeit über den Lebenszyklus. Die HOAI schreibt vor, dass die Planung stets auf Wirtschaftlichkeit zu prüfen ist; ein detaillierter Wirtschaftlichkeitsnachweis mit Lebenszykluskosten-Berechnung kann als besondere Leistung in der Planungsphase erbracht werden.
Für das Facility Management liefert dieses Dokument eine fundierte Grundlage, um Investitionsentscheidungen gegenüber dem Bauherrn zu begründen und Budgetfreigaben zu erwirken. Langfristig dient der Nachweis auch der Transparenz und Kontrolle: Er ermöglicht es, die getroffenen Annahmen später im Betrieb zu überprüfen und bildet eine Basis für etwaige Optimierungen oder Modernisierungen im Sinne eines nachhaltigen Anlagenbetriebs.
Entwurfsplanung (LPH 3)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Grafische Systemdarstellung |
| Zweck & Scope | Visualisierung des konzeptionellen Aufbaus des Wärmeverteilnetzes |
| Relevante Regelwerke | HOAI |
| Kernelemente | • Systemübersicht |
| Verantwortlich | Technischer Planer TGA |
| Praktische Nutzung | Abstimmung mit Bauherrn und Fachgewerken |
Erläuterung:
In Leistungsphase 3 (Entwurfsplanung) erstellt der TGA-Planer grafische Darstellungen des Wärmeverteilnetzes im Konzeptstadium. Hierzu zählen typischerweise Schemata (z. B. Strangschema oder Prinzipdarstellung) und erste Pläne, die den Systemaufbau sowie Hauptleitungen und Verteiler verdeutlichen. Diese Visualisierung ermöglicht es dem Facility Management, bereits früh die Wartbarkeit, Zugänglichkeit und Erweiterungsfähigkeit der geplanten Anlage zu beurteilen.
Beispielsweise kann geprüft werden, ob Wartungsventile an zugänglichen Stellen vorgesehen sind oder ob ausreichend Platz für künftige Erweiterungen (z. B. Reserveanschlüsse oder Flächenreserven in Technikräumen) eingeplant wurde. Durch die frühzeitige Einbindung des FM in diese Planungsphase können ggf. Anpassungen vorgenommen werden, um einen FM-gerechten Aufbau sicherzustellen, bevor die Planung in die detaillierte Ausarbeitung geht.
Grafische Ausführungsunterlagen
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Detaillierte grafische Darstellung |
| Zweck & Scope | Konkretisierung der technischen Umsetzung |
| Relevante Regelwerke | HOAI |
| Kernelemente | • Leitungsführungen |
| Verantwortlich | Technischer Planer TGA |
| Praktische Nutzung | Grundlage für Ausführung und FM-Dokumentation |
Erläuterung:
Die Ausführungsplanung (Leistungsphase 5 nach HOAI) liefert detaillierte Installationspläne des Wärmeverteilnetzes. Darin werden alle technischen Einzelheiten festgehalten – von der exakten Leitungsführung über Dimensionierungen bis hin zu Einbauorten jeder Hauptkomponente (Pumpen, Ventile, Wärmetauscher etc.). Für das Facility Management sind diese Unterlagen wertvoll, da sie den endgültigen Aufbau der Anlage zeigen und damit schon vor Bauausführung eine Kontrolle der Montage- und Instandhaltungsfreundlichkeit ermöglichen.
So kann der Betreiber bzw. FM-Verantwortliche anhand der Pläne prüfen, ob z. B. genügend Bewegungsfreiheit für Wartungsarbeiten (Pumpentausch, Armaturenservice) vorgesehen ist oder ob kritische Bauteile gut zugänglich und beschildert sein werden. Die Dokumente der Ausführungsplanung fließen später in die gebäudetechnische Dokumentation ein und dienen im Betrieb als Referenz, um bei Störfällen oder geplanten Änderungen schnell die relevante Anlagensektion und die betroffenen Komponenten identifizieren zu können.
Darstellung
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Abgestimmte grafische Darstellung |
| Zweck & Scope | Dokumentation der vergebenen technischen Lösung |
| Relevante Regelwerke | HOAI; DIN 18379; DIN 18381 |
| Kernelemente | • Finaler Leistungsumfang |
| Verantwortlich | Technischer Planer TGA |
| Praktische Nutzung | Referenz für Abnahme, Betrieb und Umbauten |
Erläuterung:
Nach Abschluss der Ausschreibung und Vergabe (Leistungsphase 7) werden die Planunterlagen mit dem tatsächlichen Vergabeergebnis abgestimmt. Der TGA-Planer passt die grafischen Darstellungen ggf. an, um Änderungen aus dem Vergabeprozess (z. B. konkret ausgewählte Fabrikate oder vom Auftragnehmer vorgeschlagene Alternativen) einzuarbeiten. Das Ergebnis ist ein finaler Planstand, der den vertraglich vereinbarten Soll-Zustand des Wärmeverteilnetzes dokumentiert.
Für das Facility Management bildet diese Unterlage eine verbindliche Referenz für die Abnahme: Sie dient dem Abgleich, ob die ausgeführten Leistungen dem vereinbarten Umfang entsprechen. Darüber hinaus ist die LPH-7-Dokumentation für den Betrieb maßgeblich, da sie als Ausgangsbasis für die Revisionsunterlagen dient. Insbesondere bei späteren Umbauten oder Erweiterungen kann der FM auf diese konsolidierten Pläne zurückgreifen. Die Erwähnung der Normen DIN 18379 und 18381 in diesem Kontext deutet darauf hin, dass das Wärmeverteilnetz in ein gewerkeübergreifendes Gesamtsystem eingebunden ist (z. B. Schnittstellen zu Lüftungs- oder Sanitäranlagen), sodass die finalen Pläne alle relevanten Gewerke berücksichtigen und eine integrierte Dokumentation sicherstellen.
wichtigsten technischen Daten – Heizungsanlagen
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Technische Datenübersicht |
| Zweck & Scope | Kompakte Zusammenfassung der wesentlichen Anlagenparameter |
| Relevante Regelwerke | DIN 18380 (VOB/C ATV) |
| Kernelemente | • Leistungsdaten |
| Verantwortlich | Auftragnehmer / Heizungsinstallateur |
| Praktische Nutzung | Schnelle Referenz im Betrieb und bei Prüfungen |
Erläuterung:
Die Zusammenstellung der wichtigsten technischen Daten wird in der Regel vom ausführenden Heizungsbauer zur Fertigstellung der Anlage erstellt. Darin sind alle wesentlichen Anlagenparameter und Kenndaten übersichtlich aufgeführt. Typischerweise enthält diese Übersicht die Heizleistung der Anlage, Auslegungs- und Betriebsparameter (z. B. Vorlauf-/Rücklauftemperaturen, Nenndruck, Ausdehnungsvolumen), Angaben zu eingesetzten Medien (z. B. Wasserqualität, Frostschutzmittel) sowie die Daten der Hauptkomponenten (Pumpenförderstrom, Ventilkennwerte, Speichervolumen etc.).
Für das Facility Management dient dieses Dokument als schnell verfügbare Referenz im Betriebsalltag. Bei Störungen oder Änderungen kann der Betreiber sofort die relevanten Werte einsehen, ohne umfangreiche Detailunterlagen durchsuchen zu müssen. Ebenso werden Prüfungen und Audits erleichtert: Beispielsweise können Behörden oder Prüfsachverständige bei wiederkehrenden Prüfungen (etwa Kessel- und Druckprüfungen) die erforderlichen Kenndaten unmittelbar aus dieser Übersicht entnehmen. Die DIN 18380 (VOB/C) fordert eine lückenlose Anlagendokumentation – eine kompakte Datensammlung dieser Art gewährleistet, dass alle wichtigen Informationen griffbereit und normgerecht vorliegen, was zur Betriebssicherheit und zur Kostenkontrolle (z. B. durch Soll-Ist-Vergleiche der Verbräuche) beiträgt.
