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FM-Solutionmaker: Gemeinsam Facility Management neu denken

Hybride Wärmeerzeuger sinnvoll führen

Facility Management: Heiztechnik » Betrieb » Hybridfahrweise

Jeden Erzeuger mit einer klaren Aufgabe einsetzen

In einer hybriden Wärmeversorgung entscheidet nicht allein die Auswahl guter Einzelgeräte über das Ergebnis. Ebenso wichtig ist, wann welcher Erzeuger welche Last übernimmt. Eine Wärmepumpe kann beispielsweise den überwiegenden Bedarf decken, während ein weiterer Erzeuger bestimmte Spitzen oder Sondertemperaturen bedient. Ob dies sinnvoll ist, hängt von Auslegung, Nutzung und verfügbarer Infrastruktur ab. Die Betriebsbeschreibung sollte deshalb Grundlast, Spitzenlast, Unterstützung und Ersatzbetrieb ausdrücklich auseinanderhalten. Ein Erzeuger, der als Reserve bezeichnet wird, ist noch keine tatsächlich verfügbare Rückfallebene; dafür müssen Einbindung, Leistung und Aktivierung nachgewiesen sein.

Hybridfahrweise gezielt steuern und optimieren

Technische Grenzen von wirtschaftlichen Wechselpunkten trennen

Der leistungsbezogene Bivalenzpunkt beschreibt eine technische Lastsituation. Ein wirtschaftlicher Wechselpunkt ergibt sich dagegen aus den jeweils relevanten variablen Wärmekosten. Vereinfacht können Strompreis geteilt durch aktuelle Leistungszahl und Brennstoffpreis geteilt durch den zugehörigen Nutzungsgrad verglichen werden. Bei rein beispielhaften Annahmen von 0,24 Euro je Kilowattstunde Strom und einer Leistungszahl von 3 ergeben sich 0,08 Euro je Kilowattstunde Wärme. 0,09 Euro Brennstoffpreis bei 0,90 Nutzungsgrad ergeben 0,10 Euro. Diese Modellrechnung ist keine aktuelle Tarifangabe; Hilfsenergien, Leistungsentgelte und weitere Kostenbestandteile sind zusätzlich zu bewerten.

Entscheidung

Bewertungsgrundlage

Erforderliche Absicherung

Last aufteilen

Verfügbare Leistung und Temperatur

Versorgung unter Spitzenlast

Kostenoptimiert wechseln

Variable Kosten je Wärmeeinheit

Vollständige Kostenabgrenzung

Emissionen priorisieren

Freigegebene Emissionsfaktoren

Dokumentierte Bilanzgrenze

Daten oder Erzeuger fehlen

Definierter Ersatzbetrieb

Erprobte sichere Rückfallebene

Eine nachvollziehbare Prioritätenfolge vereinbaren

Kosten, Emissionen, elektrische Spitzenleistung und Versorgungssicherheit können zu unterschiedlichen Fahrweisen führen. Deshalb braucht die Regelung eine durch den Auftraggeber freigegebene Prioritätenfolge. Sicherheits- und Versorgungsgrenzen stehen nicht zur Disposition einer kurzfristigen Preisoptimierung. Für eine emissionsbezogene Steuerung sind Bezugsjahr, Bilanzgrenze und verwendete Faktoren offenzulegen; ein niedriger Strompreis beweist keinen niedrigen Emissionswert. Auch eigener Solarstrom ist nicht automatisch kostenfrei. Die Bewertung berücksichtigt seine alternative Verwendung. Solche Festlegungen gehören in eine verständliche Betriebsbeschreibung, damit die Automationslogik nicht unbemerkt wirtschaftliche Grundsatzentscheidungen anstelle des Betreibers trifft.

Schaltfolgen unter wechselnden Bedingungen prüfen

Der Übergang zwischen Erzeugern sollte keine ständigen Wechsel oder Versorgungslücken verursachen. Fachplanung und Automationspartner legen dafür passende Hysteresen, Mindestlaufzeiten und Übergabebedingungen fest. Diese Werte sind anlagenbezogen; eine allgemeingültige Schaltzahl gibt es für das Verfahren nicht. Zu prüfen sind niedrige und hohe Last, Sondertemperaturbedarf, Ausfall eines Erzeugers sowie fehlende Preis- oder Kommunikationsdaten. Bei Datenverlust muss eine vorab definierte sichere Fahrweise verfügbar bleiben. Ein Prüffall beschreibt Ausgangszustand, erwartete Reaktion und tatsächlich beobachteten Ablauf. So wird aus einer komplexen Funktionsbeschreibung eine im Betrieb nachvollziehbare Entscheidungskette.

Die Fahrweise anhand realer Beiträge verbessern

Die laufende Auswertung sollte Wärmeanteile, Einsatzgründe und auffällige Betriebsstunden der einzelnen Erzeuger sichtbar machen. Besonders aufschlussreich ist die Frage, weshalb ein vermeintlicher Spitzenlasterzeuger lange in milden Perioden läuft. Eine Antwort kann in Sondertemperaturen, unzutreffenden Freigaben oder unpassenden Leistungsgrenzen liegen. Änderungen werden kontrolliert eingeführt und auf ihre Wirkung geprüft. Die wirtschaftliche Betrachtung nach VDI 2067 ergänzt dabei die Betriebsführung, ersetzt sie aber nicht. Ein gut geführtes Hybridsystem bietet bewusst nutzbare Flexibilität, statt lediglich mehrere Technologien nebeneinander zu betreiben und ihre gegenseitigen Einflüsse dem Zufall zu überlassen.